Sport : DEL: Schwarze Kassen

Zehn Tage vor der Weltmeisterschaft wird das deutsche Eishockey von einem weiteren Skandal erschüttert. Mit Schwarzgeldzahlungen bis zu 50 000 Mark an ausländische Spieler soll sich die Mehrzahl der 16 Klubs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) des Steuerbetrugs strafbar gemacht haben. "Ich habe den begründeten Verdacht, dass mindestens 70 Prozent der Vereine schwarze Kassen führen", behauptet Rechtsanwalt Norbert Hiedl. Er bezeichnet in der "Sport Bild" die Profi-Liga "als ein Kartell der Unehrenmänner. Mafiose Strukturen bestimmen das deutsche Eishockey. Erpressung und Begünstigung sind an der Tagesordnung".

Nach der Steueraffäre bei der Düsseldorfer EG und dem Wirbel um den wegen Verdachts auf Steuerbetrug zweimal inhaftierten Präsidenten Rainer Gossmann vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) sind die anonymen Enthüllungen eines kanadischen DEL-Profis ein weiterer Schlag. "Ein Skandal wenige Tage vor der WM, das ist nicht schön. Aber wir können uns dagegen nicht wehren", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke am Mittwoch, erklärte sich aber bereit, Staatsanwaltschaft und Steuerbehörden bei Ermittlungen zu unterstützen. DEL-Finalist Adler Mannheim distanzierte sich von den Vorwürfen, die im ZDF-Magazin "Frontal 21" erhoben wurden. "In Mannheim gibt es keine Schwarzgeldzahlungen", sagte Adler-Gesellschafter Dietmar Hopp.

Die DEL-Ligenleitung selbst könne lediglich die Jahresabschlüsse und Etats im Zuge der Lizenzerteilung prüfen, so Tripcke, "für die Gehaltsverträge sind wir nicht zuständig. Da können die vereinbaren, was sie wollen und müssen dann selbst das steuerliche und rechtliche Risiko tragen". "Frontal 21" hatte unter Berufung auf Insider und Vertragsunterlagen der Vereine über die illegalen Finanzpraktiken berichtet.

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