DEL : „So etwas habe ich noch nie erlebt“

Duisburgs Torwarttrainer Karel Lang über den Spielabbruch in Iserlohn.

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Karel Lang. Duisburgs Torwarttrainer.Foto: promo

Herr Lang, welches war das kürzeste Eishockeyspiel, das Sie bislang gesehen haben?

(lacht) Das war natürlich am Freitag in Iserlohn. So etwas habe ich noch nie erlebt, das war schon sehr kurios.

Nach nur elf Minuten wurde das Spiel Ihrer Duisburger abgebrochen, weil sich Ihre beiden Torhüter verletzt haben, und 5:0 für Iserlohn gewertet …

... Ja, zuerst hatte sich Ilpo Kauhanen bei einem Gewusel vor seinem Tor etwas zugezogen. Danach kam Lukas Lang, der mit seinem linken Bein in einer Rille hängen blieb und auch nicht weiterspielen konnte. Beide sind so schwer verletzt, dass sie mindestens drei Wochen nicht trainieren können.

Sie waren selbst lange Zeit Torhüter. Ist Ihnen mal etwas Ähnliches widerfahren?

Ja, das war vor etwa 20 Jahren in Tschechien. Ich ging verletzt vom Eis. Als mein Kollege zehn Minuten später auch nicht weiterspielen konnte, kehrte ich mit bandagiertem Knie und Schmerzen zurück. Die Konsequenz: Anstatt zwei war ich ganze fünf Wochen außer Gefecht.

War das Verletzungsrisiko der Grund, warum Sie gegen Iserlohn keinen Feldspieler ins Tor gestellt haben, wie es laut Reglement vorgesehen ist?

Genau. Eigentlich hatte sich unser Verteidiger Jean-Luc Grand-Pierre bereit gemacht, aber das Risiko war uns einfach zu hoch. Er hatte bisher nur ein, zwei Mal zum Spaß im Tor gestanden. Das ist ja nicht so wie beim Fußball, wo du dich einfach reinstellst. Im Eishockey wirst du regelrecht abgeschossen und das ist für jemanden, der das sonst nicht macht, viel zu gefährlich.

Und wer stellt sich heute beim Spiel gegen Kassel der Gefahr?

Wahrscheinlich Christian Lüttges aus Herne. Aber wir haben auch den Letten Edgars Masalskis verpflichetet. Wenn wir Glück haben, spielt er am Sonntag.

Das Gespräch führte Katrin Schulze.

Karel Lang, 50, ist derzeit Torwarttrainer bei den Füchsen Duisburg. Er war lange tschechischer Nationaltorhüter. Von 1990 bis 2001 spielte er in der DEL für die Krefeld Pinguine.

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