Sport : Dem Abstieg entgegen Cottbus verliert weiter – 1:2 gegen Duisburg

Karsten Doneck

Cottbus - Unterstützung im Abstiegskampf hört sich gewöhnlich anders an. „Wir haben die Schnauze voll“, brüllten die Fans auf der Nordtribüne des Stadions der Freundschaft kurz vor der Halbzeit. Derlei Frust war nur allzu verständlich. Die Schmähung galt den Fußballprofis von Energie Cottbus. Die stocherten gegen den MSV Duisburg bis dahin ziemlich hilflos auf dem Rasen herum. Und auch eine beträchtliche Steigerung nach dem Seitenwechsel brachte dem FC Energie keinen durchschlagenden Erfolg. Mit 2:1 (1:0) beendete vielmehr der Aufsteiger aus Duisburg vor 14 853 Zuschauern in Cottbus seine düstere Serie von fünf Niederlagen in Folge.

Und Cottbus trauert. Der letzte Bundesliga-Sieg der Lausitzer liegt nunmehr schon 174 Tage zurück (2:1 gegen Leverkusen). In den ersten zehn Spielen dieser Saison hat Energie gerade mal vier Punkte herausgeholt. Im Abstiegskampf sieht es damit für den Tabellenletzten stockfinster aus. Seine Mannschaft sei „noch zu unkonzentriert vor dem Tor des Gegners“, hatte Trainer Bojan Prasnikar nach seinen ersten beiden Spielen als Nachfolger von Petrik Sander auf der Bank des FC Energie bemerkt. Geändert hat sich insofern etwas, als dass die Cottbuser diesmal eine Halbzeit lang erst gar nicht in die Nähe des Duisburger Tores gelangten.

Der MSV Duisburg, mit sechsfachem Ersatz und 65 Minuten lang mit einem unauffälligen Ailton im Angriff, versuchte sein Glück dagegen mit einfachem, sachlichem Fußball. Die frühe Führung gelang freilich nur dank der Hasenfüßigkeit des Gegners. Da trat Björn Schlicke, der in der Bundesliga gewöhnlich nicht gerade Angst und Schrecken verbreitet, einen Freistoß aus 30 Metern. Als zische da ein hochexplosiver Feuerwerkskörper in Bodennähe auf sie zu, sprangen die in der Cottbuser Mauer postierten Spieler hoch, unter ihren Füßen rutschte der Ball durch – bis ins Tor, zum 1:0 für Duisburg.

Energie Cottbus zeigte nach dem Seitenwechsel deutlich mehr Engagement. Die Mannschaft setzte die Duisburger gehörig unter Druck. Der Ausgleich durch Kapitän Timo Rost nach Vorlage von Dimitar Rangelow war hochverdient. Und als das Cottbuser Publikum allmählich in Siegeslaune geriet, schlug der MSV Duisburg überraschend zurück. Ivica Grlic verwandelte einen direkten Freistoß aus 20 Metern zur erneuten Gästeführung. Die Energie-Fans, zur Halbzeit noch anspornend-aufmüpfig, verfolgten den Rest eher andächtig und in der Gewissheit, dass der Abstieg für ihre Mannschaft schon jetzt ganz nahe ist – nach nur zehn Spieltagen in der Bundesliga-Saison. Karsten Doneck

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