Sport : Dem Balkon ganz nahe

Kiel kann heute die perfekte Saison schaffen.

Foto: dapd
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Kiel - An der rund 50 Quadratmeter großen Videowand werden die letzten Einstellungen vorgenommen. Auch die Bierbuden sind schon aufgebaut. Public Viewing auf dem Rathausmarkt. Kiel ist bereit. Doch nicht der Beginn der Fußball-EM in knapp einer Woche versetzt die Stadt schon jetzt in Aufregung. Heute sollen die Handballer des heimischen THW gefeiert werden. Für eine Saison mit drei Titeln und womöglich auch für einen Rekord im deutschen Sport. Noch nie schaffte es ein Bundesligist eine Meisterschaft ohne Verlustpunkt zu gewinnen. Die Kieler trennen von diesem Ziel noch 60 Minuten.

„Wenn wir gegen den VfL Gummersbach gewinnen, ist diese Saison eigentlich nicht mehr zu toppen. Dann war es eine perfekte Spielzeit“, sagt THW-Trainer Alfred Gislason. 66:0 Punkte weist sein Team nach dem 35:24 (19:13) am Donnerstagabend bei Eintracht Hildesheim auf. „Jetzt wollen wir die Null halten“, fordert der Trainer: „Ich weiß, wie schwierig es wird, so eine Chance noch einmal zu bekommen.“ Wenn man die Gegner fast nach Belieben aus dem Weg räumt, bleiben nur noch Ziele fürs Geschichtsbuch.

Auch der Sieg im DHB-Pokal ging an den THW. Dazu feierte man am vergangenen Sonntag den Erfolg in der Champions League gegen Atletico Madrid. „Wenn man das Triple holt, ist das eine sehr respektable Leistung. Ich freue mich für den THW. Die Mannschaft und Trainer Alfred Gislason sind für ihre harte Arbeit belohnt worden“, sagt Bundestrainer Martin Heuberger.

Heute soll also gefeiert werden – mal wieder. Schon nach dem Coup in der Champions League hatte Gislason seinen Spielern eine zweitägige Party auf Mallorca erlaubt. Jetzt folgt die Feier mit den Fans. Nach der Übergabe der Meisterschale und einem kurzen Abstecher unter die Dusche startet für die Profis der Autokorso durch die Stadt. Auf dem Rathausbalkon werden dann die drei Trophäen präsentiert. „Wir haben im vergangenen Jahr den Balkon vermisst, jetzt wollen wir dieses einzigartige Gefühl richtig genießen“, sagt Nationalspieler Dominik Klein. dapd

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