Sport : Dem Eishockey-Nationalteam machen sie jedoch wenig Ehre

Die verwöhnten russischen Eishockey-Fans überschütteten ihre hochgelobten Kufen-Stars nur noch mit Hohn und Spott - und die Eisfläche mit Plastikflaschen. Nach der 2:3-Blamage gegen die Schweiz weht den Gastgebern bei der A-Weltmeisterschaft in St. Petersburg ein scharfer Wind ins Gesicht. Die "Operation Gold" der Eishockey-Großmacht droht schon früh zu scheitern. Nach den Niederlagen gegen die USA (0:3) und die Eidgenossen startet der Rekordweltmeister heute mit null Punkten in die Zwischenrunde, während die Konkurrenten das Rennen um die vier Viertelfinalplätze in der Sechser-Gruppe bereits mit einem Punktepolster beginnen. Die Zähler aus den direkten Vergleichen nehmen die Teams mit.

Volkes Zorn richtete sich im mit 12 350 Zuschauern ausverkauften Eispalast gleichermaßen gegen Nationaltrainer Alexander Jakuschew und die satten NHL-Stars. "Wann endlich lasst ihr die Nordamerika-Legionäre draußen und baut eine Mannschaft mit jungen, hungrigen Spielern aus Russland?" fragte ein Journalist hinterher den Trainer. Jakuschew, über dessen Ablösung bereits spekuliert wird, nahm sein enttäuschendes Starensemble mit den 14 namhaften NHL-Profis in Schutz: "Sie alle sind nach Russland gekommen, weil sie für Russland spielen wollen, weil sie Russland lieben. Sie haben 82 NHL-Spiele in den Knochen und könnten jetzt irgendwo am Strand liegen. Aber sie sind hier."

Doch die All-Star-Auswahl der stärksten Liga der Welt mit Torschützenkönig Pawel Bure (Florida Panthers) und Spielmacher Alexej Jaschin (Ottawa Senators) ist bisher nur eine Ansammlung von Einzelkönnern. Zwar erzielte Jaschin sein erstes WM-Tor, doch die aufopferungsvoll kämpfenden Schweizer nutzten ihre wenigen Chancen zum Sieg.

"Das war schon besser als gegen die USA", behauptete fast trotzig Russlands Nationaltrainer nach der erst dritten Niederlage des 23-maligen Weltmeisters gegen den Außenseiter und erntete für diese Aussage nur noch ungläubiges Kopfschütteln.

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