Sport : Dem Geist fehlt die Zauberkraft

Nigeria spielt 2:2 gegen Südkorea und scheidet aus

Flugshow. Nigerias Torwart Vincent Enyeama kann Südkoreas zweites Tor nicht verhindern.Foto: dpa
Flugshow. Nigerias Torwart Vincent Enyeama kann Südkoreas zweites Tor nicht verhindern.Foto: dpaFoto: dpa

Lars Lagerbäck hatte nichts unversucht gelassen. Um vielleicht doch noch den Einzug ins Achtelfinale zu schaffen, beschwor Nigerias Trainer die Geister der Vergangenheit. Lagerbäck bot gegen Südkorea Nwankwo Kanu auf – zum ersten Mal bei dieser WM. Der 33-jährige Kanu ist so etwas wie ein Relikt aus besseren Tagen, sein Name ist eng verknüpft mit den Erfolgen nigerianischer Fußballmannschaften in den neunziger Jahren. 1996 gewann Kanu bei den Olympischen Spielen in Atlanta die Goldmedaille und stand im Aufgebot jener Mannschaft, die zwei Jahre später in Frankreich letztmalig das Achtelfinale einer WM erreichte.

Dass Kanu in den folgenden 90 Minuten vor 61 874 Zuschauern in Durban nur durch seine Anwesenheit auffiel, war zuerst unerheblich. Es schien, als könnte allein seine Gegenwart die Mannschaft beflügeln. Gerade einmal eine knappe Viertelstunde war gespielt, da schlich sich Kalu Uche in den Rücken der südkoreanischen Abwehr und traf nach einer Flanke von Chidi Odiah zur frühen Führung für Nigeria. Der Freiburger Cha Du-Ri hatte bei dem Treffer schlecht ausgesehen. Hoffnung keimte bei den Nigerianern auf, die ihrerseits einen Sieg mit zwei Toren Differenz und gleichzeitig eine Niederlage von Griechenland gegen Argentinien gebraucht hätten, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen.

Dass es damit nichts mehr werden würde, deutete sich aber bereits nach dem Ausgleich durch Lee Jung-Soo an. Kurz nachdem der agile Uche nur den Pfosten getroffen hatte, kam Südkoreas Lee nach einem Freistoß an den Ball und bugsierte ihn in einer Mischung aus Kopfball und Schuss ins Tor. Südkorea war schon davor die aktivere Mannschaft gewesen und hatte durch Lee Chung Yong oder Park Chu-Young gute Chancen gehabt. Für ein weiteres Tor benötigten die Südkoreaner aber erneut eine Standardsituation. Park Chu-Young schoss kurz nach dem Seitenwechsel einen Freistoß direkt in die Ecke von Nigerias Keeper Vincent Enyeama, der den Ball nicht parieren konnte. Nigeria warf nun alles nach vorne, konnte aber selbst beste Möglichkeiten nicht nutzen. So schoss Yakubu Aiyegbeni nach einer Stunde aus einem Meter am leeren Tor vorbei. Später traf Aiyegbeni dann doch noch – per Elfmeter erzielte er den 2:2-Endstand.

Für Nigeria kam der Treffer dennoch zu spät, durch das Unentschieden zog Südkorea als Zweiter der Gruppe B ins Achtelfinale ein und trifft dort auf Uruguay. Daran konnte auch Nwankwu Kanu nichts ändern. Tsp

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