Sport : Dem HSV fehlte die Gier auf das 2:0 Nach Valencia mit einem Tor und ohne Barbarez

Karsten Doneck

Hamburg - Benjamin Lauth gelingen oft die spektakulären Tore. Die Treffer, die dem Fan nach Spielschluss noch ausreichend Gesprächsstoff am Biertresen liefern. Mit den Bällen, die relativ einfach zu verwandeln sind, hat Lauth indes Probleme. Da strebte der Stürmer des Hamburger SV also in der Nachspielzeit des Finalhinspiels im UI-Cup gegen den FC Valencia auf des Gegners Tor zu, vor sich nur die scheinbar unendliche Weite einer leeren Rasenfläche und kurz vor deren Endpunkt Valencias Torwart Canizares. Auf der Strecke, man spürte es förmlich bis auf die Plätze im obersten Rang der AOL-Arena, verlor der junge Mann immer mehr den Mut. Als es dann nicht mehr anders ging, schoss Lauth vorbei. Vorbei auch die Chance des HSV, mit mehr als dem 1:0 (0:0)-Vorsprung zum Rückspiel am 23. August nach Valencia zu reisen.

HSV-Trainer Thomas Doll nahm Lauths Missgeschick nicht tragisch. „Auch bei einem 2:0 hätten wir uns nicht zurücklehnen können“, sagte er. Er lobte vielmehr die Disziplin seiner Mannschaft. „Wir sind nach der 1:0-Führung nicht gierig geworden, wollten nicht um jeden Preis gleich das 2:0 nachlegen.“

Die Spanier waren gegen einen vehement kämpfenden und phasenweise ordentlich kombinierenden HSV mit dem Ergebnis gut bedient. Valencias Trainer Quique Sanchez Flores war deshalb guter Dinge. Die Saison in Spanien beginne erst Ende August, deshalb sei seine Mannschaft derzeit „erst bei etwa 40 Prozent“ ihres Leistungsvermögens, ließ Flores wissen. Doch diese Drohung verfing bei den Hamburgern nicht. Doll meldete starke Zweifel an der Aussage seines Berufskollegen an. „Eine Mannschaft, die vier Wochen Vorbereitung hinter sich hat, ist nicht erst bei 40 Prozent. Wir haben das Video von Valencias Spiel gegen Roda Kerkrade gesehen. Wenn das 40 Prozent waren, dann möchte ich die mal sehen, wenn die 100 Prozent geben“, sagte Doll. Besagtes UI-Cup-Spiel gegen Kerkrade hatte Valencia 4:0 gewonnen.

Der HSV wird in Valencia ohne Stefan Beinlich (Muskelfaseriss) und Guy Demel (gesperrt nach zwei Gelben Karten) auskommen müssen. Und ohne Sergej Babarez. Der Bosnier, der das einzige Tor des Abends erzielt hatte, sah kurz vor Schluss die Gelb-Rote Karte. „Ungerecht behandelt“ fühlte sich Barbarez, er sei noch nie in einem Spiel so viel getreten und gestoßen worden wie diesmal. Auch Doll sagte: „Es gab viele Provokationen.“ Bewusst sogar? Vielleicht hat sich ja bis Valencia herumgesprochen, dass gerade Barbarez kaum mal eine Provokation tatenlos hinnimmt.

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