Sport : Dem Schrecken hinterher

Stefan Hermanns

über die sportliche Misere bei Borussia Dortmund Einen Tag nach der 0:1-Heimniederlage hatte der Trainer von Borussia Dortmund genug. „Das tu ich mir nicht mehr an“, sagte er. Die „massiven Missfallens-Kundgebungen“ hätten hemmend auf die Mannschaft gewirkt, ein erfolgreiches wie perspektivisches Arbeiten sei nicht mehr gewährleistet. Es war der 5. Februar 2000, als Michael Skibbe bei Borussia Dortmund zurücktrat. Der Verein steckte in einer tiefen Krise. Dortmund war Sechster.

Solche Sorgen möchten sie beim BVB gerne wieder haben. Inzwischen geht es nicht mehr darum, ob Borussia die Qualifikation für die Champions League verpasst; spätestens seit dem 0:1 gegen Schalke steht die Existenz des Vereins auf dem Spiel. Die Klubführung kann zurzeit gar nicht schnell genug sein, um auf einer Höhe mit dem Schrecken zu bleiben. Gerade erst hat sie sich dafür gerühmt, die Einnahmen aus dem Europapokal nicht mehr in ihrer Finanzplanung zu berücksichtigen, da werden selbst diese vorsichtigen Rechnungen zu einem Dokument des Optimismus. Für die kommende Saison nämlich kann der BVB nicht mal mit dem Grundgehalt aus der Bundesligazugehörigkeit kalkulieren.

Bei einem Abstieg aber wäre die Sanierung des Vereins utopisch. Angesichts dieser Perspektive reagieren die Dortmunder fast noch gelassen. Der erfolglose Trainer Bert van Marwijk wird nicht in Frage gestellt, zumindest nicht vor dem letzten Spiel der Hinrunde. Auch die Spieler stehen hinter ihm. Für Christian Wörns zum Beispiel ist der Holländer der beste Trainer, unter dem er je gearbeitet hat.

So was Ähnliches haben sie damals über Michael Skibbe auch gesagt.

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