Sport : Dem Verein droht die Zahlungsunfähigkeit - auch die Lizenz ist in Gefahr

Eintracht Frankfurt droht Ende März die Zahlungsunfähigkeit. Drei Tage vor der mit Spannung erwarteten Mitgliedersammlung präsentierte der Verein dieses ernüchternde Ergebnis, das alle Gremien des Klubs zum Handeln zwingt. Bis auf 13,6 Millionen Mark wird die Schuldenlast zum Ende der Saison angewachsen sein, berichtete der seit Oktober amtierende Schatzmeister Rainer Leben. Die Lizenzerteilung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist angesichts der dramatischen Entwicklung stark gefährdet, zumal der Bundesligist gegen DFB-Auflagen verstoßen hat. Bei der Lösung der schweren Vereinskrise steht die Eintracht unter immensem Zeitdruck, denn bis zur Abgabe der Lizenz-Unterlagen am 15. März muss für den DFB erkennbar sein, dass sich die Frankfurter mit funktionierenden Führungsgremien selbst aus der Krise befreien können.

Der Verein sah sich in der laufenden Saison in der Zwickmühle. "Wir hatten die Wahl. Entweder vor und während der Runde die Mannschaft zu verstärken und damit ein finanzielles Risko einzugehen. Oder den sportlichen Abstieg in Kauf zu nehmen, dafür aber ein kleines Vermögen anzuhäufen", erklärte Präsident Rolf Heller, der die Verantwortung für den aktuellen Schuldenstand einräumte. Der Eintracht-Präsident lobte Rainer Leben für dessen Arbeit, nachdem er noch vor wenigen Wochen ultimativ seinen Rücktritt gefordert hatte.

Die von Leben initiierte und von allen Vereinsgremien gebilligte Strukturreform, die am 31. Januar auch die Mitglieder absegnen müssen, sieht im wesentlichen eine klare Trennung von Profi- und Amateurbereich vor. Hinzu kommen der Ausbau und die Stärkung der Bereiche Marketing und Service, für die eigene Gesellschaften gegründet werden sollen. "Wir brauchen für den Profi-Bereich, aber auch für Marketing und Service professionelles Management, das in Zusammenarbeit mit dem gesuchten strategischen Partner Eintracht Frankfurt zu einer unverwechselbaren und lukrativen Marke macht", erläuterte Leben. Die Annahme der Strukturreform durch die Mitglieder ist Voraussetzung für weitere Verhandlungen mit potenziellen Partnern, zu denen auch die International Management Group (IMG) Hamburg zählen dürfte, die von der Stadt Frankfurt als bevorzugter Bieter für die Vermarktung und den Betrieb des neuen Waldstadions ausgewählt worden war. Auf 18 bis 25 Millionen Mark bezifferte der Schatzmeister Leben den benötigten Kapitalbedarf für die laufende Runde.

0 Kommentare

Neuester Kommentar