Sport : Dem Ziel nicht näher

Schalke erreicht im ersten Uefa-Cup-Halbfinale gegen den FC Sevilla nur ein 0:0

Richard Leipold[Gelsenkirchen]

Lincoln saß zunächst mit einer Mütze auf dem Kopf auf der Bank und sah interessiert zu, was seine Mannschaftskollegen auf dem Rasen veranstalteten. Schalkes Trainer Mirko Slomka hatte den brasilianischen Spielmacher und auch Stürmer Kevin Kuranyi wie angekündigt aus der Startelf gestrichen, weil sie zuletzt schwache Spiele gezeigt hatten. Ohne Lincoln und Kuranyi überzeugte Schalke 04 gestern Abend im Halbfinal-Hinspiel des Uefa-Cups gegen den FC Sevilla erneut nicht. Mit ihrer späteren Einwechslung verbesserte sich das Spiel, nicht aber das Ergebnis. Am Ende hieß es 0:0. „Das ist ein Ergebnis, mit dem man nicht so richtig zufrieden sein kann“, sagte Schalkes Trainer Mirko Slomka.

Die vergangenen fünf Spiele in der Bundesliga hatten die Schalker nicht gewonnen, obwohl die Gegner dort unter anderem Wolfsburg, Duisburg und Köln hießen. Die Qualifikation für die Champions League erscheint in der Bundesliga kaum noch möglich, deshalb soll der Einzug in das Finale des Uefa-Cups die Saison retten. Allerdings kamen die Schalker gestern diesem Ziel nicht näher.

Beide Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig. Die 53 551 Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit nur wenige offensive Aktionen. Nach sieben Minuten hatte Gerald Asamoah die erste Gelegenheit für die Schalker, aber Sevillas Torhüter Andres Palop parierte den Schuss. Auch die Spanier, die nach einer halben Stunde auf den verletzten Stürmer Kanouté verzichten mussten, hatten Gelegenheiten, Jesus Navas scheiterte zweimal am Schalker Torhüter Frank Rost. Gustavo Varela schoss noch aus guter Position über das Tor der Gäste, ansonsten stand deren Abwehr aber sicher.

Die Schalker hatten in der Offensive die gleichen Probleme wie in den vergangenen Wochen, einzig von Asamoah ging so etwas wie Torgefahr aus. Hamit Altintop, der für Lincoln die zentrale Position hinter den Spitzen einnahm, konnte keine Akzente setzen. Nach der Pause brachte Mirko Slomka dann Lincoln für Altintop. Der Brasilianer wurde gleich bei seinem ersten gelungenen Pass beklatscht. Mit dieser Reaktion der Fans war nicht unbedingt zu rechnen, weil Lincoln nach seiner Auswechslung im Spiel gegen den 1. FC Köln am vergangenen Wochenende direkt das Stadion verlassen und damit für Irritationen nicht nur bei den Fans gesorgt hatte.

Mit Lincoln kamen die Schalker zu mehr Chancen. Die beste Gelegenheit hatte aber zunächst Navas, als er nach einem Konter knapp über das Tor schoss.

Nach einer Stunde brachte Slomka auch den zweiten von ihm auf die Bank gesetzten Stammspieler. Kevin Kuranyi, der in den vergangenen Wochen mehrfach vom Schalker Publikum ausgepfiffen worden war, kam für Varela. Als er auf den Platz lief, waren die Pfiffe gegen Kuranyi nicht so laut wie zuletzt, die Fans hofften auf ein Tor des Nationalstürmers. Die nächste Chance vergab aber nach siebzig Minuten Lincoln, anstatt den in der Mitte freistehenden Sören Larsen anzuspielen. Jetzt wurden die Pfiffe der Zuschauer langsam lauter. Fünf Minuten später fand sich Lincoln nach einem Doppelpass mit Larsen frei vor dem Tor der Gäste. In der Mitte stand dieses Mal Kuranyi frei, aber Lincoln versuchte es erneut selbst und zielte vorbei.

Schalke drängte nun, Sevilla blieb bei Kontern gefährlich. Zehn Minuten vor dem Ende leistete sich Mladen Krstajic einen Ellbogencheck gegen Navas, nachdem er einen harmlosen Zweikampf eigentlich gewonnen hatte. Krstajic fehlt damit auch im Rückspiel am kommenden Donnerstag in Sevilla. Vor allem Lincoln und auch Kuranyi dürften dann wieder in der Startelf stehen, auch wenn ihnen gestern das ersehnte Tor nicht mehr gelang.

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