Sport : Dementi in Schriftform

T-Mobile-Ärzte weisen Dopingvorwürfe zurück

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Freiburg - Die in Doping-Schlagzeilen geratenen Radsport-Ärzte Andreas Schmid und Lothar Heinrich haben erstmals öffentlich die Vorwürfe des Belgiers Jef d’Hont zurückgewiesen. Die Erklärungen der Mediziner wurden von Vertretern des Universitätsklinikums Freiburg am Dienstag bei einer Pressekonferenz vorgelesen und verteilt. Darin heißt es unter anderem, die Behauptungen des früheren Masseurs des Telekom-Teams „entbehren jeglicher Grundlage“. Die Gutachterkommission der Sportmedizinabteilung, die den Fall aufklären soll, besteht aus drei Personen – darunter Wilhelm Schänzer, dem Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Die beschuldigten früheren T-Mobile-Teamärzte haben ihrem Arbeitgeber am 10. Mai (Schmid) und 14. Mai (Heinrich) in schriftlichen, aber nicht eidesstattlichen Erklärungen dargelegt, dass die Anschuldigungen „jeder Grundlage entbehren“ würden. „Ich habe niemals Sportlern Epo oder Wachstumshormon verabreicht, solche Medikamente Sportlern oder sogenannten Pflegern ausgehändigt oder zugeschickt oder Sportlern einen Plan zum Einsatz von Dopingmitteln erstellt“, erklärte Schmid.

Heinrich ließ verlauten, im Rahmen seiner Kenntnisse „über die gesundheitlichen Risiken durch Doping“ aufzuklären. „Die Injektion von Epo als Doping durch mich oder die Weitergabe von Epo an Masseure kam und kommt deshalb für mich nicht in Frage“, erklärte der Arzt.

Mit dem Vorsitz der Gutachterkommission wurde Hans Joachim Schäfer betraut, ehemaliger Präsident des Sozialgerichts Reutlingen. „Die Kommission wird die Vorwürfe werten und eine Empfehlung geben“, sagte Schäfer. Auf einen Zeitrahmen wollte er sich nicht festlegen: „Ich hoffe aber, dass wir keine zwei Jahre brauchen.“ Der frühere Richter will zunächst die Jahre 1992 bis 1996 überprüfen. Dies ist der von d’Hont benannte Zeitraum, in dem Schmid und Heinrich nahezu systematische Dopingpraktiken beim Bonner Radrennstall etabliert haben sollen. dpa

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