• Den Aufstiegsplatz abgetreten - Nach dem 0:2 in Nürnberg fällt Tennis Borussia zurück auf Rang vier

Sport : Den Aufstiegsplatz abgetreten - Nach dem 0:2 in Nürnberg fällt Tennis Borussia zurück auf Rang vier

Benedikt Voigt

Eigentlich hatte Trainer Winfried Schäfer geplant, mit Tennis Borussia auf Platz zwei der Zweiten Liga in die Winterpause zu gehen. Nach der 0:2 (0:1)-Niederlage beim 1. FC Nürnberg sieht es für dieses Vorhaben schlecht aus, denn die Nürnberger sind in der Tabelle an den Berlinern vorbeizogen. "Diese Niederlage tut besonders weh, weil es sich um einen direkten Vergleich handelt", ärgerte sich TeBe-Manager Jan Schindelmeiser. Tennis Borussia brachte es gegen die schwachen Gastgeber nicht fertig, den überragenden ehemaligen Nationaltorwart Andreas Köpke zu bezwingen.

Vor dem Spiel hatte Schäfer die Nürnberger noch gebauchpinselt. "Der Club hat so eine tolle Trainingsanlage und so ein schönes Stadion - damit könnte Nürnberg ruhig mal die Nummer eins in Deutschland werden." Nach dieser Saison dürfte es den Nürnbergern reichen, wenn sie wenigstens zu den besten 18 Mannschaften im Land zählen. Auch TeBe will in die Erste Bundesliga. Dafür wäre es allerdings gut gewesen, in Nürnberg zu gewinnen.

Schäfer begann mit der gleichen Mannschaft, die zuletzt gegen Mainz siegte. Einzig Stürmer Sasa Ciric musste wegen einer Innenbanddehnung zusehen. Für den Mazedonier stürmte wieder Sergej Kirjakow. "Endlich eine Mannschaft, die selber das Spiel machen muss", hatte sich Schäfer vor der Partie noch gefreut. Es kam ganz anders. In der 3. Minute nahm sich der Nürnberger Stefan Leitl nach einem Foul an der Außenlinie den Ball, um ihn aus ungünstigem Winkel aufs Tor zu flanken. Der Ball segelte in den Strafraum, passierte Freund und Feind und landete zum Erstaunen der Zuschauer im Netz von Andreas Hilfiker. Nun lag es doch wieder an TeBe, das Spiel zu machen. Nürnberg konnte sich von Beginn an aufs Kontern verlegen.

Nach neun Minuten kamen die Berliner zur ersten Torchance. Erst scheiterte Zbigniew Szewczyk an Köpke, dann Francisco Copado mit seinem Nachschuss aus 5 Metern. Auch eine Chance von Jens Melzig nach einem Pass von Marco Walker vereitelte Köpke. Nürnberg kam ebenfalls zu Konterchancen, die beste vergab Driller (21.)

Das gleiche Bild bot sich in den zweiten 45 Minuten. Tennis Borussia feldüberlegen, doch spätestens in den fangsicheren Armen Köpkes war Endstation. "Andi für Deutschland", riefen die Nürnberger Fans. Tatsächlich hatte Köpke gegen Copado (73.) und bei einem Kopfball von Marco Walker gezeigt, dass er von seiner alten Klasse wenig eingebüsst hat.

Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 2:0, weil Driller den zweiten gefährlichen Konter erfolgreich abgeschlossen hatte (66.). Dimtcho Beliakov hatte sich auf der rechten Seite durchgemogelt und zum freilaufenden Stürmer gepasst. Driller schoss den Ball an den linken Pfosten, stocherte ihn aber dann über die Linie. Die Angriffe von TeBe blieben harmlos. Die Nürnberger Fans hatten Recht behalten. Sie hatten den ehemaligen Nürnberger Ciric vermisst, und gesungen: "Ohne Sasa habt ihr keine Chance."

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