Sport : Den Diamanten schon sicher

Speerwerferin Obergföll gewinnt auch in London.

In WM-Form. Christina Obergföll warf den Speer auf 65,61 Meter. Foto: dpa
In WM-Form. Christina Obergföll warf den Speer auf 65,61 Meter. Foto: dpaFoto: dpa

London - Christian Obergföll präsentiert sich zwei Wochen vor den Leichtathletik-Weltmeisterschaften weiter in starker Form. Die Speerwerferin aus Offenburg gewann beim Diamond-League-Meeting in London bereits ihren fünften Wettkampf in der hoch dotierten Serie. „Das ist natürlich super, im Vorfeld schon die Diamond League im Sack zu haben“, sagte die 31-Jährige am Sonntag vor ihrem Rückflug. „Aber ich bin etwas unzufrieden, weil ich wahnsinnig viel drauf habe und das noch nicht so richtig umsetzen konnte.“ Nach den Erfolgen in New York, Eugene, Rom, Paris und London muss Obergföll beim Finale in Brüssel am 6. September nur noch antreten, um die Prämie von 40 000 Dollar für den Gesamtsieg im Diamond Race abzuholen. Zudem gibt es je 10 000 Dollar für die fünf Einzelsiege.

Mit 65,61 Metern setzte sich die Olympia-Zweite erneut gegen ihre Dauerrivalin Maria Abakumowa (64,48) durch. Die Russin ist bei der WM Titelverteidigerin – und sie führt mit 69,34 Metern die Weltjahresbestenliste vor Obergföll (67,70) an. „Es steht jetzt dieses Jahr, glaube ich, 6:0“, sagte die deutsche Rekordhalterin (70,20). „Aber ich bin nicht blauäugig. Ich weiß um ihre Stärke, und dass es bei der WM ganz anders aussehen kann.“ Jetzt will Obergföll die Zeit noch nutzen, um am „technischen Feintuning“ zu arbeiten.

Im Londoner Olympiastadion ging ihr Auftritt fast ein bisschen unter, da die 60 000 Zuschauer vor allem den britischen Doppel-Olympiasieger Mo Farah für seinen Erfolg über 3000 Meter feierten. Zudem gewann Usain Bolt, der zum Auftakt am Freitagabend auf einer Rakete auf Rädern präsentiert wurde, als Star der WM-Generalprobe die 100 Meter nach einem „entsetzlichen Start“ in 9,85 Sekunden. Am Samstag führte der Weltrekordler und sechsfache Olympiasieger dann noch den jamaikanischen „Racers Track Club“ als Schlussläufer zum souveränen Staffelsieg über 4 mal 100 Meter in 37,75 Sekunden.

Schnell unterwegs waren auch die Sprinterinnen: Olympiasiegerin Shelly- Ann Fraser-Price (ebenfalls Jamaika) lief im Halbfinale über 100 Meter in 10,77 Sekunden Jahresweltbestzeit, wurde im Endlauf aber nur Vierte. Den gewann die Nigerianerin Blessing Okagbare mit Afrika-Rekord von 10,79 Sekunden. Ex-Europameisterin Verena Sailer aus Mannheim wurde Fünfte im zweiten Halbfinale über 100 Meter in 11,15 Sekunden.

Ein Glanzstück lieferte Stabhochspringer Renaud Lavillenie ab: Ein Jahr nach seinem Olympiasieg übersprang der Franzose 6,02 Meter. Nur sechs Athleten sind überhaupt jemals höher gesprungen. Der Weltrekord des Ukrainers Sergej Bubka von 1994 liegt bei 6,14 Meter, Lavillenie versuchte sich noch vergebens dreimal an 6,16. Der Olympia-Zweite Björn Otto wurde mit 5,77 Zweiter vor Raphael Holzdeppe mit 5,70.

Eine internationale Saisonbestmarke setzte auch die Neuseeländerin Valerie Adams. Die zweifache Olympiasiegerin und dreifache Weltmeisterin stieß die Kugel auf 20,90 Meter. Hallen-Europameisterin Christina Schwanitz vom LV 90 Erzgebirge landete mit deutlichem Abstand und 19,74 Metern dahinter. Ihr Trainingspartner David Storl freute sich derweil über einen gelungenen WM-Härtetest in Neuwied: Der Kugelstoß-Titelverteidiger gewann an seinem 23. Geburtstag mit 20,73 Metern. „Das hat schon deutlich besser geklappt als zuletzt. Da ich heute Vormittag noch gestoßen habe, geht die Weite in Ordnung“, sagte der Olympia-Silbermedaillengewinner aus Chemnitz. In Moskau soll die Kugel aber noch um einiges weiter fliegen: „21,30 bis 21,50 Meter sollten schon möglich sein.“. dpa

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