Sport : Den Erfolg gerettet

Albas Basketballer siegen trotz einer Frankfurter Schlussoffensive 78:75

Helen Ruwald

Berlin - Die Kleidung, die Jovo Stanojevic beim Aufwärmen in der Max-Schmeling-Halle trug, gab zu Bedenken Anlass. Im Gegensatz zu seinen Kollegen trug er keine kurze, sondern eine lange Hose. Der Basketballprofi von Alba Berlin war am Mittwoch beim Sieg im Uleb-Cup-Spiel gegen Dünkirchen trotz eines Magen-Darm-Virus bester Berliner Werfer gewesen. In den vergangenen Tagen bekam er auch noch Probleme mit den Bronchien. Doch der Centerspieler wollte unbedingt spielen, er zog seine lange Hose aus und stand im Bundesligaspiel gegen den Deutschen Meister Opel Skyliners Frankfurt in der Startformation. Er nahm zwar schnell wieder auf der Bank Platz – doch Alba musste und konnte nicht auf ihn verzichten. In fast 32 Minuten Spielzeit war er mit 15 Punkten beim 78:75 (41:32) erneut der erfolgreichste Werfer seines Teams.

„Stanojevic konnte nur 50 Prozent von dem zeigen, was er kann, Wright hat durch die Fouls den Rhythmus verloren. Trotzdem haben wir das Spiel von Beginn an kontrolliert und verdient gewonnen“, sagte Trainer Emir Mutapcic.

Mit dem Sieg vor 7414 Zuschauern gelang auch die Revanche für zwei deutliche Heimniederlagen gegen die Skyliners in der vergangenen Saison. „Wir müssen zeigen wer wir sind und das wir um den Titel kämpfen“, hatte Mutapcic vor dem Spiel gesagt. Die Niederlagen sollten motivieren statt zu lähmen. Das taten sie tatsächlich, obwohl Stanojevic nicht der einzige angeschlagene Berliner war. Spielmacher Gerald Brown saß wegen einer Schleimbeutelentzündung nur auf der Bank, eine dicke Bandage am rechten Knie. Er kam gar nicht zum Einsatz. Für ihn spielte Mithat Demirel von Anfang an. Stefano Garris war schon im ersten Viertel mit zwei Fouls belastet, Michael Wright gar mit drei. Der US-Amerikaner kam erst in der zweiten Halbzeit wieder aufs Feld – und saß nach Foul Nummer vier keine zwei Minuten später wieder auf der Bank.

Alba musste umstellen und machte es vor allem in der ersten Halbzeit gut. Guido Grünheid (für Wright) und Martynas Mazeika (gelegentlich für Demirel) wurden früh eingewechselt und bekamen mehr Spielzeit als sonst, und Flügelspieler Matej Mamic machte die Punkte, die sonst Wright erzielt. Zur Pause (41:32) war er mit neun Punkten bester Berliner. Deutlich besser war allerdings der Frankfurter Chris Williams (17 Punkte, am Ende 30), schon bei Albas Heimniederlage im April war er der überragende Spieler. Dennoch waren es die Berliner, die zur Pause führten, auch weil sie bei zwölf Würfen in Korbnähe nur einmal nicht trafen und damit eine deutlich bessere Quote aufwiesen als die Gäste.

Das änderte sich nach der Pause, als Alba den Ball nur noch bei vier von 13 Würfen im Korb unterbrachte. Frankfurt kam zwar auf zwei Punkte heran, doch die Gastgeber behielten die Nerven. Garris baute den Vorsprung mit zwei Dreipunktewürfen wieder aus. Auch der kranke Stanojevic steuerte wichtige Zähler bei und wurde von den Fans mit Sprechchören gefeiert. Doch die Entscheidung war noch nicht gefallen Zunächst mit einer 9:2-Serie und später mit vier Dreipunktewürfen in Folge hätten die Frankfurter die Partie im letzten Viertel fast noch gekippt, als Alba jeweils schon mit neun Punkten geführt hatte.

Doch die Berliner retteten den Sieg über die Zeit, und Jovo Stanojevic konnte sich endlich wieder ins Bett legen. Schließlich steht schon am Dienstag das Spitzenspiel im Uleb-Cup bei Paok Saloniki an.

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