Sport : Den Rückschlag kleingeredet

Das Dortmunder Spiel gibt Rätsel auf.

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Hamburg - Mit dem Statistikzettel in den Händen versuchte Jürgen Klopp dem Spiel etwas Gutes abzugewinnen: „26 Torschüsse, da kann man eigentlich nicht meckern.“ Massenhaft Chancen hatte sich Borussia Dortmund beim Hamburger SV herausgespielt, doch am Ende stand vor allem wegen schlampiger Defensivarbeit eine 2:3-Niederlage. Klopp sagte: „Wir haben 31-mal nicht verloren, da kann man nach der ersten Niederlage nicht so viel Negatives über die Mannschaft sagen.“ Trotzdem wirkte es, als wolle Dortmund den HSV im Vorbeigehen besiegen. Das misslang, weil Hamburg die frühe Schläfrigkeit der Dortmunder ausnutzte und im Grunde die gesamte Spielzeit von dem frühen 1:0 profitierte.

Es war allerdings nicht nur die Anfangsphase, die Zweifel an der diesjährigen Leistungsstärke der Dortmunder weckte. Nach Perisics glücklichem Ausgleichstreffer in der 46. Minute, ließ Klopps Team zu schnell nach, anstatt den bekannt lauf- und kampfstarken Fußball à la BVB zu zelebrieren. Nur phasenweise flackerte die enorme Offensivstärke der Dortmunder auf. Besonders selbstkritisch wirkten die Dortmunder aber nicht. „Wir müssen das Spiel 5:3 gewinnen“, sagte Nationalspieler Mats Hummels.

In Tateinheit mit dem überzeugenden Münchner Sieg beim FC Schalke schmerzte die Hamburger Niederlage aber wohl mehr, als mancher Dortmunder zugeben mochte. Nach vier Spieltagen haben die Bayern bereits fünf Punkte mehr. In der Vorsaison waren es zwischenzeitlich zwar sogar acht Punkte, und der BVB holte sie trotzdem noch ein. Derzeit scheint es aber so, dass die Münchner die Vielzahl an Spielen genießen, damit sich die Mannschaft einspielen kann. Ob Dortmund der Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und Champions League standhält, ist hingegen eine der spannenden Fragen in dieser Frühphase der Saison. Schaut man den Kader an, müsste es Klopp eigentlich gelingen, den Kräfteverschleiß seiner Profis in Grenzen zu halten: Beim HSV saßen in Sven Bender, Jakub Blaszczykowski und Kevin Großkreutz mindestens drei Profis auf der Bank, die auch Stammkräfte sein könnten.

Das Spiel gegen Amsterdam unter der Woche habe nichts mit der Hamburg-Niederlage zu tun, sagte Verteidiger Neven Subotic. Wie sehr die Champions League der Dortmunder Leistungskraft in der Bundesliga dann vielleicht doch schadet, wird man wohl erst am Ende der Hinrunde sagen können. Frank Heike

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