Sport : Den Ruf nicht gehört

Die Hockeyspieler der Zehlendorfer Wespen verpassen den Aufstieg in die Erste Liga

Anne-Katrin Löffler

Berlin. „Die Erste Liga ruft“ stand auf einem selbstbemalten Bettlaken am Eingang zum Hockeyplatz der Zehlendorfer Wespen. Aber sie hatte wohl nicht laut genug gerufen. Das Relegationsrückspiel der Zehlendorfer Wespen gegen den SC Frankfurt 1880 ging mit 2:2 (0:2) zwar nicht verloren, aber da die Wespen im Hinspiel 2:3 unterlegen waren, hätten sie dieses Spiel gewinnen müssen.

Chancen dazu gab es genug. Insgesamt elf Ecken erspielten sich die Wespen, aber nur zwei konnten die Berliner in Tore verwandeln. Ansonsten scheiterten sie am Pfosten oder dem hervorragenden Frankfurter Torwart Axel Büsch. Sicher war auch Pech dabei, oder reichte das Niveau nicht? „Man merkt, dass die Wespen ohne großen Druck in der Zweiten Liga spielten. Wir dagegen mussten die ganze Saison kämpfen“, sagte der Frankfurter Spieler Dirk Michaelis zur Niederlage der Berliner.

Die Frankfurter Erstligisten gingen nach zehn Minuten durch ein Tor von Malte Schäfer in Führung. Noch vor der Halbzeit schoss Carlos Gonzales-Nevado nach einer Ecke den Ball zum 2:0 ins Tor. Da ließen die Wespen die Köpfe hängen, schlurften betrübt über den Platz. „Köpfe hoch!“, forderte Trainer Bernd Rannoch in der Pause von seinen Spielern. „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen“, gestand Rannoch. „Wir wollten Druck machen, aber das hat nicht funktioniert. Ich habe dann alle nach vorne geschickt. Es gab ja nichts mehr zu verlieren.“

In der zweiten Halbzeit dominierten die Wespen, erspielten sich eine Torchance nach der anderen. Florian Keller schoss das erste Tor nach einer Ecke. Zahlreiche weitere Möglichkeiten konnte der beste Mann auf dem Platz allerdings nicht nutzen. Als er dann noch einen Siebenmeter verschoss, konnte Keller seine Enttäuschung über so viele vertane Chancen nicht mehr zurückhalten. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter erhielt er eine Zeitstrafe und ging vom Platz. Das Ausgleichstor durch Paul Krebs konnte da auch kein Lächeln mehr auf sein Gesicht zaubern, denn in der letzten Minute kam es zu spät.

Während die Frankfurter sich nach Abpfiff freudig übereinander türmten und über den Platz robbten, bedankten sich die Wespen bei ihren Fans. Immerhin waren rund 350 Zuschauer gekommen – Saisonrekord.

In der nächsten Feldhockeysaison spielen nun fünf Berliner Klubs (Zehlendorfer Wespen, Berliner Hockey-Club, SC Charlottenburg, Berliner SV 92, TuS Lichterfelde) in der Zweiten Liga der Gruppe Süd. Für die drei Berliner Nationalspieler ist das keine optimale Situation – aber die scheint das nicht zu stören. „Ich bleib’ in Berlin“, sagt Max Jesse. Florian Keller war erst zur Feldsaison zum Zweitligaklub Wespen gewechselt und hat immer gesagt, dass er bleibt. Und auch Tibor Weißenborn schwor dem BHC Treue.

Die Hockeyspieler haben jetzt eine Woche Pause und starten dann schon in die Hallensaison. „Darauf freuen wir uns“, sagt Bernd Rannoch. „Und da spielen wir zum Glück in der Ersten Liga.“

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