Sport : Den Tabellendritten vorgeführt

Alba Berlin gewinnt das Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga gegen Ludwigsburg 110:76 – Mike Penberthy erzielt 33 Punkte

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Berlin - Vor ein paar Wochen hat Mike Penberthy behauptet, dass kein Team der Basketball-Bundesliga Alba Berlin mit eigenen Mitteln schlagen könne. „Wir können uns höchstens selbst um den Sieg bringen, indem wir Fehler machen“, hatte der 30-jährige Flügelspieler gesagt. Momentan scheint es, als wären Albas Gegner nicht einmal in der Lage, die Missgeschicke der Berliner auszunutzen. Alba gewann gestern Abend in der Max-Schmeling-Halle 110:76 (49:35) gegen EnBW Ludwigsburg. Als Albas Aufbauspieler Martynas Mazeika früh im zweiten Viertel drei Mal hintereinander foulte, da hätten die Ludwigsburger das Spiel spannend machen können.

Weil Mazeikas drittes Foul ein besonders schweres, so genanntes unsportlichen Foul war, bekam Ludwigsburg beim Stand von 27:16 nicht nur zwei Freiwürfe, sondern anschließend auch noch Ballbesitz. Das als Tabellendritter angereiste Team machte daraus vier Punkte, die 7183 Zuschauer wurden plötzlich ruhig. Doch nutzen konnten die Ludwigsburger diese unsichere Stille nicht, zu frei konnte Mike Penberthy in den beiden folgenden Angriffen werfen – der mit 33 Punkten überragende Spieler des Abends traf und hielt Ludwigsburg damit auf Distanz.

Bereits zur Halbzeit – es stand 49:35 für Alba – zweifelten nur noch wenige am achten Saisonsieg der Berliner im achten Spiel. Die Ludwigsburger anscheinend auch nicht – sie ließen sich in der Folgezeit in einigen Szenen vom Tabellenführer blamieren. So war die gesamte zweite Halbzeit eine Show des Mike Penberthy und seiner Mannschaftskollegen. Mal passte der US-Amerikaner den Ball hinter dem Rücken zu einem Mitspieler, mal wackelte er so lange mit der Hüfte, bis sein Gegenspieler vergessen hatte zu verteidigen und warf einen Dreipunktewurf durch den Ring. Am Ende kam Penberthy auf vier Assists und eine sensationelle Dreierquote von 90 Prozent. Neun von zehn Distanzwürfen landeten im Ziel.

Es war nicht das erste Mal, dass die Berliner ihren Gegner in der Bundesliga derart vorführten: Bereits zum vierten Mal siegte Alba mit 20 oder mehr Punkten Unterschied. „Wenn Mike Penberthy derartig trifft und wir so verteidigen, dann ist es schwer, gegen uns zu spielen“, sagte Albas Trainer Henrik Rödl. „Martynas Mazeika hat von Anfang an Druck gemacht, das war sehr wichtig.“ Mazeika hatte erstmals in dieser Saison in der Startformation gestanden, weil Hollis Price aufgrund einer Knieprellung angeschlagen ist. Price erzielte dennoch 10 Punkte und machte ein gutes Spiel. „Er hat sich kurz vor Schluss selbst eingewechselt, damit Mike Penberthy bei seiner Auswechslung noch einmal Standing Ovations bekommt. Dabei konnte Price unter der Woche wegen seiner Verletzung kaum laufen“, sagte Henrik Rödl.

Gestern Abend wurde einfach jeder Berliner für alles gelobt: Als Martynas Mazeika bereits im dritten Viertel wegen seines fünften Fouls das Spielfeld verlassen musste, riefen die Zuschauer lautstark seinen Namen.

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