Sport : Denkmal fürs Arschwackeln

Hans Meyer
Foto: dapd
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Gehen Sie davon aus, dass ich nicht alt genug werden kann, um alle Überraschungen, die der Fußball parat hat, verkraften zu können. Warum ich das hier mache? Sie können sich die Antwort aussuchen: 1. Mir war langweilig 2. Ich brauche Geld. 3. Meine Frau lässt mich nicht mehr in den Garten, weil ich Rosen nicht von Blumenkohl unterscheiden kann. Ob es das schönste Geschenk ist? Das kann ich jetzt nicht sagen. Sonst bekomme ich Probleme, wenn meine Frau an Heiligabend mit dem Päckchen mit der Feinripp-Unterwäsche ankommt.

Bis 1990 habe ich nicht für Geld, sondern für den Sozialismus gearbeitet, ich bin von Haus aus Kommunist, das heißt, ich bin von Haus aus arm.

In Enschede hatte ich den richtigen Job, ich wohnte auf dem Land, ab und zu kam mal eine Kuh vor das Fenster, das war es aber auch. Dass ich eine Vertragsverlängerung bekam, war kein Zufall. Offensichtlich waren sie von meiner Schönheit begeistert. Wir mussten das Training abbrechen, weil einige Spieler vor Freude in Tränen ausgebrochen sind.

In Gladbach sagte Jörg Stiel, ich wäre sein bester Trainer gewesen. Später erfuhr ich: Er hatte nur zwei. 3000 unserer Fans waren mit in St. Pauli, davon höchstens 2000 wegen der Reeperbahn. Bei Hertha gingen wir nachts mit Fackeln in den Wald, damit die Jungs die Angst verlieren.

Ich musste lesen, der Meyer interessiere sich für klassische Musik. Da lachen sich alle, die mich kennen, halbkrank.

Der Fußball hat bei uns einen Stellenwert, der gar nicht statthaft ist – für das bisschen Arschwackeln. In schöner Regelmäßigkeit ist Fußball doch immer das Gleiche: Mal baut man dir schnell ein Denkmal, genauso schnell pinkelt man es an.

Die Originalzitate hat Dominik Bardow zusammengestellt.

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