Depressionen und Alkoholismus : Ian Thorpe: verwirrt und benebelt

Australiens ehemaliger Schwimmstar Ian Thorpe ist in verwirrtem Zustand von der Polizei aufgegriffen und in ein Rehabilitations-Krankenhaus eingeliefert worden.

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Verdammt lang her: Ende 2006 hatte der heute 31-jährige Thorpe seine Karriere beendet.
Verdammt lang her: Ende 2006 hatte der heute 31-jährige Thorpe seine Karriere beendet.Foto: Imago

Damit hat sich der Niedergang des fünfmaligen Olympiasiegers weiter fortgesetzt. Thorpe kämpft nach eigenem Eingeständnis seit Jahren mit Depressionen und Alkoholismus.

Medienberichten zufolge fand ihn die Polizei unweit der Wohnung seiner Eltern, als er sich am Montag an einem Auto zu schaffen machte und der Eigentümer die Ordnungshüter rief. Thorpes Manager James Erskine bestätigte in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC, dass Thorpe das Auto fälschlicherweise für den Wagen eines Freundes gehalten hatte. Der frühere Schwimmer habe Schmerzmittel und Antidepressiva genommen und sei „benebelt“ gewesen. Erskine berichtete weiter, im Krankenhaus sei Thorpe nahegelegt worden, „oder sogar mehr als nahegelegt“, sich wegen Depression in Behandlung zu begeben. Thorpe hatte die vergangenen eineinhalb Jahre in der Schweiz verbracht, war aber vor einigen Wochen in seine Heimat zurückgekehrt.

Im vergangenen Jahr hatte Thorpe eine Autobiographie veröffentlicht, in der er seinen Jahre langen Kampf mit Alkohol und Depressionen eingestanden hatte. Der mittlerweile 31-Jährige war 1998 bereits mit 15 Jahren Weltmeister geworden, so jung wie noch nie zuvor ein männlicher Schwimmer. In den folgenden Jahren hatte er die 200 und 400 Meter Freistil fast nach Belieben dominiert und nahezu bei jedem Start einen neuen Weltrekord aufgestellt. Ende 2006 hatte Thorpe kurz nach seinem 24. Geburtstag seine Karriere für beendet erklärt.

Schon damals räumte er ein, Angst vor der Zukunft zu haben, Schwimmen sei für ihn wie ein „Schmusetuch“ gewesen, an dem er sich festhalten konnte. Finanziell hatte Thorpe eigentlich ausgesorgt, weltweite Werbeverträge hatten ihm Millionen eingebracht. Trotzdem wagte er 2011 sein Comeback und scheiterte kläglich. Thorpe erreichte bei den australischen Meisterschaften über 100 und 200 Meter Freistil nicht einmal das Finale und verpasste damit auch die Olympischen Spielen in London. Viele seiner ehemaligen Mannschaftskameraden sendeten gestern Unterstützungsbotschaften an Thorpe.

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