Sport : Der 1. FC Union lockt 12 000 Zuschauer und besiegt Dynamo Dresden 2:1

Matthias Koch

Berlin - Noch 34 Tage trainiert Christian Schreier den Fußball-Regionalligisten 1. FC Union. Gestern erlebte der 48-Jährige das letzte richtig zuschauerträchtige Heimspiel seiner Mannschaft. 12 024 Fans wollten den früheren DDR-Oberliga-Klassiker gegen Dynamo Dresden sehen. Am Ende jubelten die rund 9000 Union-Anhänger. Dresden, das sich noch große Hoffnungen auf die Rückkehr in die Zweite Liga macht, musste nach Toren von Nico Patschinski (16.) und Sebastian Bönig (44.) einen Rückschlag im Aufstiegskampf hinnehmen. Das Anschlusstor durch Samuel Koejoe kam zu spät (73.).

„Ich freue mich, dass wir mal wieder ein Ostderby gewinnen konnten“, sagte Schreier nach der Hitzeschlacht im Stadion An der Alten Försterei. Die ersten vier Duelle gegen den alten Rivalen hatte Union sämtlich verloren.

Der 1. FC Union, der auf den gesperrten Verteidiger Daniel Göhlert sowie die verletzten Andreas Biermann, Guido Spork und Daniel Bauer verzichten musste, profitierte in der kampfbetonten Partie von zwei Fehlern des Dresdner Torwarts Oliver Herber. „Das war ein Misttag. Ich hätte lieber im Bett bleiben sollen“, meinte der frühere Herthaner Herber. Sein Trainer Norbert Meier monierte, dass Dresden trotz einer Vielzahl von Chancen keine Punkte aus Berlin mitnehmen konnte: „Die Niederlage tut richtig weh.“

Von besonderer Bedeutung war die Begegnung für Nico Patschinski. Der Union-Angreifer war vor neun Tagen vom Verein „aus gesundheitlichen Gründen“ vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt worden. Glücksspielsucht lautete eine der Befürchtungen. Der 30-Jährige ließ sich jedoch von einem Berliner Arzt attestieren, „uneingeschränkt psychisch und körperlich belastbar für den Beruf des Vertragsfußballspielers“ zu sein. „Ich trenne Sportliches und Privates. Aber das Vertrauen in den Verein ist nicht größer geworden“, sagte Patschinski, der nach seinem Tor demonstrativ zur Bank lief. Probleme scheint er nur mit Sportchef Christian Beeck zu haben.

Mit den Zuschauereinnahmen aus der Partie gegen Dynamo Dresden will der 1. FC Union nun auch die Märzgehälter seiner Spieler vollständig begleichen. Bislang sind nur 50 Prozent ausgezahlt worden.

Spiel unter Polizeischutz: Seite 13

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