DER 11. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert von Marcel Reif

Marcel Reif

Gewiss, gewiss, Schalke wird immer oben mitspielen, wird immer Ansprüche anmelden, wird immer Hoffnung haben und Hoffnung nähren. So wie gestern gegen Werder in eigener Arena. Das war ja eine komplette Verdrehung der Gemütszustände: Werder war angereist mit sechs Siegen in den vergangenen Pflichtspielen, darunter eben auch ein wichtiger in der Champions League. Schalke hat die letzten drei Spiele nicht gewinnen können, und das in der Champions League gegen Chelsea war mehr eine Demütigung. Und wer hatte die breite Brust gestern? Schalke 04. Selbstbewusst rannten die Schalker die Bremer nieder – eine ganze lange Viertelstunde. In der zeigte zum Beispiel Carlos Grossmüller, der Uruguayer, dass er das Zeug hat, auch mal für einen Ruck in der Mannschaft zu sorgen, dass es nicht nur Kevin Kuranyi sein muss, der herausragt aus Schalkes Team. Denn das ist doch das Kreuz mit den Schalkern, dass sie allesamt gute Bundesligaspieler sind, bessere sogar, brave Jungs - aber wer markiert den Unterschied? Kuranyi, aber der ist etwas überfordert, wenn er nach hinten arbeiten muss, dort dem Spiel seinen Willen aufdrücken will, den Angriff einleiten soll, die Flanke schlagen muss, um sie höchstselbst einzuköpfen. Er versucht das ja alles, allein, es kann nicht gelingen. Und was ist eine Mannschaft voller guter Bundesligaspieler, zu denen auch Torwart Neuer gehört, obwohl seine Verunsicherung nach seinen vorherigen Patzern augenscheinlich ist? Das ist dann die beste deutsche Durchschnittsmannschaft, der man mit Regelmäßigkeit das Zeugnis des Scheiterns ausschreiben kann: Sie haben sich bemüht, tja, aber leider...

Zumal es ihr der Gegner Werder Bremen an diesem Tag auch noch besonders leicht machte. Diego, der Mann für Werders Unterschied, war zwar mitgereist und auch aufgelaufen und trotzdem war er nicht da. Werder kam lange Zeit kaum einmal zu einem geplanten und durchdachten Angriff, lief sich fest, fiel nichts ein. Und kam durch Naldo doch zum Ausgleich nach Grossmüllers frühem Führungstor. Am Ende brillierte Kuranyi, raffte sich Rafinha auf, rackerte Grossmüller, kämpfte Schalke um den Sieg. Aber was blieb ihnen nach Abpfiff? Das Bemühen.

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