DER 16. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert von Marcel Reif

Marcel Reif

Es ist wohl nicht unschicklich, sich auch einmal die Zweite Liga anzuschauen. Schon mal gar nicht an diesem Spieltag, an dem die ersten vier untereinander schon mal die weiteren Ambitionen abklopfen. So wie es aussieht, haben diese vier, die Freiburger, die Gladbacher, die Kölner und die Mainzer gerade noch rechtzeitig begriffen, wer sie sind und wo sie sind. Das heißt, beim 1. FC Köln kann man sich nie sicher sein, weil der ja per se gefühlter Weltpokalsieger ist. Aber wenn man dann großspurig nach Mainz fährt, und dort verliert als gefühlter Champions-League-Sieger? Eigentlich nämlich ist ein Wort, das fatal ist in der Zweiten Liga. Man kann das am 1. FC Kaiserslautern ablesen, der eigentlich Erstligist ist und mit diesem irrigen Selbstverständnis im Treibsand der Liga feststeckt. Oder an der Borussia aus Mönchengladbach, die zu Beginn der Saison eigentlich schon wieder die Fohlenelf war und gefühlt dort in der Zweiten Liga nichts zu suchen hatte. Es ist nur so, dass ein Absteiger, der glaubt, diesen Unfall mal eben mit spielerischen Mitteln korrigieren zu können, sehr schnell auf die Wahrheit trifft. Und die heißt Osnabrück oder Wehen oder Paderborn. Das sind Klubs, die sehr genau wissen, wer sie sind, wo sie sind und was sie nicht können: aufsteigen. Aber ärgern, das wollen und können sie die anderen schon. Und wer in dieser Liga auch nur den Anflug von Hochnäsigkeit zeigt, sich als Besserer darstellt, weil er die bessere Fußballwelt schon einmal gesehen hat, dem zeigen diese Klubs sehr schnell die reale Welt: und die besteht aus Kampf und Grätschen, und sie ist ein Knochenjob.

Vor Beginn der Saison hatte der gefühlte Weltpokalsiegertrainer Daum mal angemerkt, die Zweite Liga sei die stärkste Liga der Welt. Daran stimmt, das sie so stark besetzt ist wie noch nie, dass sie Zuschauer anzieht in einer Zahl, von der einige Bundesligisten nur träumen, und dass sie spannend ist, wie selten einmal. Der Fußball aber der Zweiten Liga, der ist immer noch der gleiche: hart, erbarmungslos und kein Spiel. Wer ihm entkommen will, muss sich ihm anpassen.

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