DER 16. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

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Wenn es einen kausalen Zusammenhang gibt, dann ist der nächste Trainerwechsel beim VfB Stuttgart, so er denn tatsächlich vollzogen wird, vielleicht doch keine so gute Idee. Beim Hamburger SV wirkt jetzt der achte Trainer in den vergangenen sieben Jahren. Und was hat es dem HSV gebracht? Gemessen an den eigenen Ansprüchen und Wünschen, an Tradition und Bedeutung, steht er in den Niederungen des Fußballs, ist er sozusagen ein Absteiger, auch wenn das ein Etikett ist, das sich der HSV in der Wirklichkeit noch nie hat anheften müssen. Aber so ein jahrzehntelanges Gedümpel im Mittelmaß kommt einem Abstieg schon sehr nah.

Dabei war der HSV doch auf einem guten Weg, hat sich von Thomas Doll von ganz unten bis in die Champions League führen lassen. Hat dabei seriös gewirtschaftet. Und hat dabei im Erfolg alles fahren lassen, was Nachhaltigkeit ausmacht. Der Hamburger SV 2010 ist, anders als der gestrige Gegner aus Leverkusen, zum Umschlagplatz für Spieler und Trainer verkommen, bei dem nur das großartige Stadion und die weiterhin euphorischen Fans funktionieren. Natürlich, man kann einen jungen Mann, der gerade noch Spieler war, zum Sportdirektor machen. Hat schließlich vor Jahrzehnten auch beim FC Bayern mit Uli Hoeneß geklappt. Aber ob es wirklich schlau ist, gleichzeitig bei Günter Netzer nachzufragen, ob er, der Manager war im vorigen Jahrhundert, nicht zusätzlich beratend eingreifen wolle?

Man kann auch Uwe Seeler fragen, ob er nicht etwas zur Schusstechnik der aktuellen Spieler beitragen wolle. Aber einfallsreich, gar innovativ und vorwärts ausgerichtet ist das nicht. Eher ideen- und hilflos. Der HSV, er wollte mal zur Spitze im europäischen Fußball gehören. Gestern verlor er sehr schmucklos daheim gegen Leverkusen. Und beim VfB ist Labbadia im Gespräch. Bruno Labbadia, einer aus der Mittelmaß-Masse des HSV. Na dann.

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