DER  16. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

von

Gott ja, der HSV. Ich hatte ihn fast schon abgeschrieben in dieser Saison.

In den vergangenen Jahren hat er sich immer wieder, wie oft eigentlich schon, ganz oben gefühlt, mindestens unter den Top 10 in Europa. Und so wie die Hamburger gestern auftraten beim Auswärtsspiel in Mainz, war meine Abschreibung völlig berechtigt. Aber sie haben sich trotzdem festgesetzt im Mittelfeld der Liga, die haben mal auf dem letzten Platz gelegen, man sollte das nicht vergessen. Nun ist das Mittelfeld der Liga nicht unbedingt der Ort, an dem sich der HSV ansässig fühlt. Aber er ist realistisch. Und er bestätigt einige Gesetzmäßigkeiten des Fußballs, die manchmal umstritten sein mögen, aber dennoch existent sind.

Da ist die Gesetzmäßigkeit, den Spielern frei Haus Alibis zu liefern durch ein verwirrtes oder, sagen wir, profilneurotisches Umfeld. Dann läuft es eben nicht im Spiel, wenn sich in den Chefetagen ein paar Herren zu sehr um die eigene Sonne kümmern. Und das war bis vor wenigen Wochen so in Hamburg. Und nun?

Nun macht Trainer Thorsten Fink vor, wie es gehen kann. Mit Fußball, mit nichts als Fußball, und keinen übrigen Schlagzeilen. Und siehe, auf einmal spielt Heiko Westermann wieder, gestern nicht, aber in der Regel, wie ein ehemaliger und vielleicht auch bald wieder Nationalspieler. Plötzlich hält Torwart Jaroslav Drobny wieder wie zu Zeiten, als er zu den besten Keepern der Liga zu zählen war. Ich meine, es sind die gleichen Spieler, die noch vor wenigen Tagen den HSV in Richtung Zweite Liga kickten. An irgendetwas muss es also liegen.

Es ist die Gesetzmäßigkeit, dass Ruhe herrschen muss im Umfeld, Gelassenheit und eine realistische Einschätzung, wer man ist. Das haben sie, dank Trainer Thorsten Fink, wieder begriffen. Auch wenn das Spiel in Mainz eher ein Rückschritt war, den HSV schreibe ich nicht mehr ab. Meister werden sie nicht, das ist sicher. Aber absteigen, nein, das werden sie auch nicht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben