DER 2. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Marcel Reif kommentiert die Jagdszenen auf Miroslav Klose beim Spiel Bayern München gegen Werder Bremen.

Marcel Reif

Es war Rot, eindeutig eine Rote Karte, die Naldo gestern mit seinem brutalen Foul in Bremen an Klose verdient gehabt hätte. In jeder Hinsicht: Weil er Bayerns Stürmer verletzte (der ausfiel für die zweite Halbzeit) und weil er die dumpfesten Emotionen auf den Rängen bediente. Warum er nur Gelb sah, weiß wohl nur Schiedsrichter Markus Merk.

Aber die Bremer hatten es ja ansatzweise angekündigt, als sie kundtaten, spielerisch, nicht nur der vielen Verletzten wegen, bei weitem noch nicht wieder da zu sein, wo sie in den vergangenen Jahren strahlten. Wo der Bruch war, ist leicht auszumachen, warum er kam, bleibt ein Rätsel. Der Zeitpunkt: die Halbzeit der vergangenen Saison, zu der sie antraten als die Mannschaft der Leichtigkeit. Dann änderte sich der Aggregatzustand: Plötzlich wurde um Klose gezerrt, Frings neidete Diegos Position, und die Töne in Bremen wurden lauter.

Sie waren nahe dran gewesen an den Bayern, nun sind sie wieder so weit entfernt. Gestern war es zu beobachten, auch wenn die Bayern nicht so spektakulär mit Spitze, Hacke, Tor aufspielten wie zum Auftakt gegen Rostock. Na gut, außer Ribery. Das war vorhersehbar, und Werder bot ja auch die seit langem beste Leistung: kämpferisch bis zur Übertreibung, fußballerisch durchaus mit sehenswerten Ansätzen. Nur was kümmert es die Bayern? Wenn das Spiel gegen Werder ein erster Prüfstein gewesen sein soll, wie gut die Münchner tatsächlich sind, dann muss man sagen, dass der Deutsche Meister 2008 wohl FC Bayern München heißt. Trainer Hitzfelds größte Sorge ist die, dass sich die Mannschaft in sich selbst verliebt. Gestern wurde ihm mit großer Souveränität diese Angst gemildert. Aber vielleicht ist Werder einfach kein Herausforderer mehr.

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