DER 27. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert von Marcel Reif

Die B,esliga kommentiert

Hmm, wie heißt er noch gleich, der Präsident von Eintracht Frankfurt? Ich komme jetzt nicht drauf, aber egal, es ist immer ein gutes Zeichen für die innere Befindlichkeit eines Fußballklubs, wenn der Präsident im Hintergrund verschwindet. Übrigens, den vom gestrigen Gegner 1. FC Nürnberg, den kenne ich, Michael A. Roth, Teppichhändler, gerne auch im weißen Anzug, und 15 Trainer hat er in seiner 12-jährigen Amtszeit verbraucht. Noch mal übrigens, die Eintracht aus Frankfurt spielt trotz der gestrigen Niederlage in Richtung Uefa-Cup, der 1. FC Nürnberg in Richtung Zweite Liga. Was auch dazu führte, dass ein paar idiotische Nürnberger Knallköpfe mit Knallkörpern für eine Spielunterbrechung sorgten.

Inflationärer Trainerverbrauch in Verbindung mit profilierungsfreudigen Präsidenten, das war ja für Jahrzehnte eine Frankfurter Spezialität. Irgendwann in den Neunzigerjahren führte diese Methode sogar mal fast zur Meisterschaft, damals als „Lebbe-geht-weiter“-Stepanovic den Klub so hochkochte, dass er überkochte nach dem in Rostock am letzten Spieltag verpassten Titel. Nur Substanz, die war nicht im Topf, aber jede Menge Irrsinn und am Topf versuchten sich ein paar Herrschaften, die man wohl als Scharlatane bezeichnen darf. Die sind zum Glück irgendwann selbst in Frankfurt ausgegangen. Und ob der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen nun alles richtig macht, das sei mal dahingestellt, aber er kennt das Geschäft, er hat es in den Niederungen von Bielefeld gelernt, und er hat sich nicht stören lassen, in Frankfurt so etwas wie Realismus und Seriosität aufzubauen.

Friedhelm Funkel, der Trainer, so einer wäre undenkbar gewesen in vergangenen Zeiten bei der Eintracht, einer, der Flausen nicht kennt, der schrittweise sein Team aufbaut und sich nach den Gegebenheiten orientiert. Und plötzlich – sie glauben es selber noch nicht – können sie bald mal wieder international spielen. Und plötzlich – man kann es wirklich kaum glauben – steht Eintracht Frankfurt für Sachlichkeit. Und das ist doch mehr, als alle früheren Jauchzer erreicht haben. Übrigens, ich habe mal nachgeschlagen: Der Präsident heißt Peter Fischer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar