DER 28. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Schalke spielt doch eigentlich erfolgreich: Viertelfinale in der Champions League, Platz zwei in der Liga - doch das war gestern. Marcel Reif erklärt, warum die Diskussion um Mirko Slomka weitergeht.

Marcel Reif
Slomla
Bedient: Trotz ordentlicher Bilanz muss Schalke-Coach Slomka gehen. -Foto: dpa

So ganz unrecht hat er ja nicht, der Mirko Slomka, wenn er die Diskussion um seinen Trainerjob bei Schalke 04 mit dem Hinweis abwehrt, man habe doch Erfolg, stünde auf Platz zwei und habe es bis ins Viertelfinale der Champions League geschafft. Aber ein bisschen unrecht hat er doch, weil im Viertelfinale eben Schluss war und Platz zwei fürs erste weg ist, was, Gazprom hin Gazprom her, ein ziemliches Desaster für Schalke ist. Es war dann gestern beim Spiel bei Werder Bremen ganz gut zu beobachten, warum bei Schalke der Durchbruch nicht erfolgt. Schalke begann stark – natürlich auch, weil Werder stark verhalten begann und in der Phase keineswegs zeigte, ob der Sieg in Berlin ein Ende des freien Falls gewesen war. Schalke zeigt sein Potenzial – und schöpft es nicht aus. Schalke ist da, wo es seit langem ist: kurz davor, aber nie weiter. Und wo ist die Entwicklung? Und das genau ist es, was Slomka in die Kritik bringt.

Wohlgemerkt, ich bin weit davon entfernt, Trainerarbeit im Detail kritisieren zu wollen. Dazu sind wir nicht bei jedem Training dabei, schon mal gar nicht bei den Teambesprechungen, wir können nur beurteilen, was am Ende rauskommt. Slomka durfte sich einen Kader zusammenstellen, er durfte ein Prinzip abschaffen, nämlich den Spielmacher, die Nummer Zehn. Das kann man machen, das haben auch die Bayern gemacht, aber für die alternative Spielweise bedarf es der entsprechenden Leute. Bei Bayern ist das Ribéry, bei Schalke? Schalke stagniert. Auf hohem Niveau, das ja. Und dann halten sie sich noch einen Präsidenten, der in der Lernphase ist, der zur Unzeit redet.

Und es wird weitergehen mit der Diskussion um Slomka. Warum? Die zweite Halbzeit des gestrigen Spiels. Sie begann wie Teil eins, Schalke zeigte sein großes Potenzial. Schalke war zurück im Spiel, war rangekommen nach dem klaren Rückstand von 0:2, war mit Elan und Willen aus der Kabine gekommen. Dann spielten die Bremer einen Angriff, und die Schalker schauten zu, und schauten zu, und schauten zu. Dann war der Ball drin und Schalke geschlagen, am Ende sogar deutlich geschlagen. Kurz davor eben, und keinen Schritt weiter.

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