Sport : Der 3. Spieltag: Live aus dem Stadion

Marcel Reif

Dieses Spiel war kein Genuss, kein Fest für Feinschmecker. Und wenn wir die 90 Minuten zwischen Bayer und Bayern zur Standortbestimmung heranziehen - na ja, dann wissen wir jetzt, wie abhängig beide Mannschaften von ihren Kreativkräften im Mittelfeld sind.

Leverkusen war zwar von Anfang an überlegen, spielte engagierter und mutiger nach vorn, gleichwohl fehlte eine lenkende Figur, wie Michael Ballack sie sein soll. Der verletzte Ballack wurde zu einem Gewinner dieser Partie. Aber: So gut muss er erst einmal spielen, wie er gestern gefehlt hat.

Bei Bayern war nicht zu übersehen, dass Mehmet Scholl nicht fit und daher mehr mit sich als mit dem Spiel beschäftigt war. Scholl quälte sich. Stefan Effenberg hingegen, der weiterhin verletzt pausierte, dürfte sich genüsslich seine neue Sonnenbrille im Insektenlook zurechtgerückt haben angesichts dieser Vorstellung. Und dabei mag er Manager Uli Hoeneß Recht gegeben haben, dass es perfekt bei Bayern eben noch immer nur mit ihm, dem großen Effenberg, läuft.

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Online-Umfrage: Gucken Sie Bundesliga zukünftig lieber auf Premiere? Bayern ist nicht gut genug besetzt, um ohne Effenberg und Scholl Wirbel zu machen. Für die Bundesliga reicht es. International dürfte es schwerer werden. Und es sollte Ottmar Hitzfeld bei aller Freude über den späten Punktgewinn in Leverkusen Sorgen machen, dass seine Spieler bis zum Rückstand derart gebremst ans Werk gingen. Das ist ein schlechtes Zeichen. Erfreulich für den Trainer ist immerhin, dass die Spieler nach Kirstens Tor wieder nicht aufgaben, sondern aufdrehten. Wenn auch mit der Brechstange - es war erfolgreich. Spät zurückschlagen zu können, das haben sich die Bayern mühsam erarbeitet. Und es funktioniert immer und immer wieder - das mag uns gefallen oder auch nicht.

Leverkusen muss deshalb nicht verzweifeln. Im Gegenteil. Diese Mannschaft wird oben mitspielen. Erstmals seit langer Zeit sahen die Leverkusener in einem Spiel gegen Bayern nicht aus, als machten sie sich vor Angst in die Hose. Nein, sie hielten dagegen. Offenbar schafft es Klaus Toppmöller - anders als sein Vorvorgänger Daum -, die Mannschaft nicht völlig auszubrennen, sondern mit der richtigen Dosierung zu motivieren. Das spricht für den neuen Trainer und für eine gute Leverkusener Saison.

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