DER 34. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert von Marcel Reif

Die B,esliga kommentiert

Ach doch, es war schon schön gestern in der Münchner Arena, als all die verdienten Meister des Sportes verabschiedet wurden und die Tränen flossen. Fangen wir mit Markus Merk an, einem ganz Großen seiner Zunft. Der geht ein Jahr vor der Zeit, und man wird gerade bei ihm die Frage stellen dürfen, ob denn diese Altersregel für Schiedsrichter immer so dogmatisch behandelt werden muss. Irgendwo in Japan, während der Weltmeisterschaft 2002, es war am Vorabend eines Halbfinalspiels, da traf ich ihn auf einer Flussbrücke. Wir joggten, das heißt, ich joggte, Merk lief. Wir plauderten, ich kenne ihn noch aus der Zeit, in der ich in Kaiserslautern lebte, sein Vater war mein Trainer in der C-Jugend. Dann liefen wir weiter, ich hechelnd, er locker. Markus Merk ist immer noch fitter als mancher Bundesligaprofi. Alles Gute, Dr. Merk, und Danke.

Oliver Kahn. Ein Torhüter der alten Zeit. Man konnte ihn nie lieb haben, aber er wird fehlen. Ich weiß nicht, wie oft er nach Spielen an mir vorbeiging, hundertmal, zweihundertmal, zweimal hat er mir zugenickt. Das waren dann Momente, in denen ich so überrascht war, also, das müssen Zeichen gewesen sein, Fingerzeige von ganz oben. Bestimmt werde ich sie vermissen, diese raren Momente der Zwischenmenschlichkeit. Zum Torwart Kahn? Was soll ich dazu sagen, zu seinem Können, zu seiner Einmaligkeit ist alles gesagt. Alles Gute, Oliver Kahn, und Danke.

Ottmar Hitzfeld. Er hat mir den Glauben gelassen, dass es in diesem Geschäft auch und immer noch mit Anstand geht, mit Aufrichtigkeit und Seriosität. Nun geht er in die Schweiz, und, wie soll ich sagen, das ist auch gut so. Hitzfeld ist mir in all den Jahren zum Freund geworden, und das ist ja bekanntlich nicht gut für die Objektivität eines Journalisten. Alles Gute, Ottmar, und Danke. Schön, dass die Tränen fließen.

Porträt Ottmar Hitzfeld: Seite 2

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