Sport : Der 4. Spieltag: Live aus dem Stadion

Marcel Reif

Ist die Flasche halb leer oder halb voll? Das ist die große Frage beim FC Schalke 04. Gibt es mehr Grund zur Hoffnung oder zum Bangen? Suchen Sie es sich aus! Ich, ganz ehrlich, weiß es nicht. Schlauer sind wir ganz sicher am Dienstag, wenn das Nachholspiel gegen Rostock über die Arena-Bühne gegangen ist. Die Partie, da lege ich mich fest, muss Schalke gewinnen, und zwar klar.

Das - nur für neutrale Beobachter höchst vergnügliche - Spiel gegen Leverkusen hat gezeigt, wie sehr die neue Arena die Schalker motiviert. Sie wollen ihrem Publikum etwas bieten. Aber: Wenn man so einen Aufwand betreibt, so an die Grenze der eigenen Möglichkeiten geht, so viel Kraft lässt - dann ist ein Punkt zu wenig. Zumal, wenn man den Sieg in letzter Minute verspielt. Fast gewonnen, das ist wie fast Meister sein - gar nichts. Dieses Trauma lebt also weiter. Ob die Schalker es je überwinden? Für sie ist es schwerer als für die Bayern, die nach dem Drama von Barcelona erst recht vom Titel besessen waren - und ihn so gewannen.

Die Schalker müssen überhaupt erstmal in ihre Köpfe kriegen, auf welch hohem Niveau sie angekommen sind. Gerade in kritischen Situationen haben sie ein Problem: Es fehlt an Führungsspielern wie es etwa ein Kahn ist. Die Stars sitzen in Gelsenkirchen auf der Bank: Es sind Trainer Stevens und Manager Assauer. Nichts illustrierte das gestern besser als ein Handgemenge, in das sich Assauer energisch stürzte, als könnten sich seine Jungs nicht alleine wehren. Während des Spiels kann er nicht helfen. Weil der Manager das weiß, hat er Marc Wilmots zurückgeholt. Wilmots, genannt Willi das Kampfschwein, steht für den Geist der Eurofighter, die 1997 den Uefa-Cup gewannen. Nach seiner Einwechslung zeigte sich: Es gibt wieder einen, der die anderen mitreißen kann. Das dürfte für Schalke die positive Erkenntnis aus diesem Spiel sein.

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