DER 5. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert von Marcel Reif

Marcel Reif

So liebe Bundesliga, jetzt heißt es aufatmen. Die Bayern tun dir den Gefallen und machen genau das, was alle außerhalb der bayrischen Landeshauptstadt gehofft haben: sie haben keinen Bock auf Bundesliga. Dieses schnöde, wöchentliche Kicken, bei dem doch sowieso klar ist, dass alles außer München keine Chance auf den Titel hat. Ein Selbstläufer. Wie sonst soll man eine dermaßen desolate Leistung gegen Werder Bremen erklären als über eine völlig unprofessionelle, peinliche und schlicht inakzeptable Einstellung des ach so großen FC Bayern. Das Debakel gegen Bremen ist ein nicht für möglich gehaltener Rückfall in die Steinzeit. Niemand, aber wirklich niemand, schien Lust auf dieses Spiel gehabt zu haben. Kein Einsatz, kein Wille. Alle Konzentration der Bayern gilt anscheinend der Champions League. Das könnte sich als große Fehlkalkulation erweisen.

So schwach wie sie sich gestern präsentiert haben, sind die Münchner sicher nicht, aber sie haben auch nicht das Potenzial, um ernsthaft mit Manchester, Madrid oder Chelsea mithalten zu können. Wenn nicht wenigstens ein Hauch ihrer geschätzten Aufmerksamkeit der Liga gilt, könnten sie am Ende mit leeren Händen dastehen: Champions-League-Aus und Meisterschaft passé. Noch ist es natürlich nicht so weit. Vielleicht war es der berühmte Dämpfer zur rechten Zeit. Auf jeden Fall war dieses Spitzenspiel ein Paradebeispiel dafür, wie unterschiedlich die Ansprüche mittlerweile sind. Während für die Bayern die Liga nur noch lästiges Nebengeschäft ist, sucht Bremen genau hier sein Seelenheil. International langt es nicht mal gegen Famagusta. Bremen ist nicht in der Lage, ein Spiel auch mal hinzuwürgen, schnörkellos mit einem Tor zu gewinnen. Bremen siegt nur 5:2. Das allerdings sogar gegen den FC Bayern.

Der Fernsehreporter Marcel Reif kommentiert im Tagesspiegel jeden Sonntag die Bundesliga.

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