Sport : Der 9. Spieltag: Live aus dem Stadion

Marcel Reif

Wissen Sie, wie viel Geld Hans Meyer ausgegeben hat, als er vor der Saison den Kader seines Aufsteigers aus Mönchengladbach zusammenstellte? 7, 8 Millionen Mark, also praktisch nichts in heutigen Fußball-Verhältnissen und in etwa die Hälfte dessen, was Borussia Dortmund vor ein paar Wochen für seinen Brasilianer Ewerthon zu zahlen hatte. Muss man noch mehr sagen zum Verhältnis der westfälischen Borussen zu den niederrheinischen? Vielleicht noch, dass Ewerthon die Dortmunder Führung per Pass vorbereitete und das 2:0 selber machte und auch ansonsten ziemlich klasse spielte. Manchmal zahlt sich Reichtum eben aus.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Es ist nur so, dass Reichtum auch verpflichtet in der Branche und es in Dortmund niemand wirklich interessiert, ob nun Lars Ricken früh verletzt raus musste, ob Torwart Lehmann sich einen Daumen auskugelte und der gute Tomas Rosicky erst einmal gesperrt ist nach seinem Feldverweis. Borussia hat sich nun einmal für viel, viel Geld die Träume der Fans eingekauft und den Neid der Konkurrenz dazu. Die Träume gilt es zu erfüllen und schon Platz zwei dürfte ein böses Erwachen bedeuten. Und der Neid muss immer wieder bestätigt werden, sonst schlägt er nämlich in Häme um. Ob beides gelingt?

Restlos überzeugt davon bin ich noch nicht trotz der brillant-souveränen ersten Halbzeit vom Bökelberg und wegen des ungeschickt-nickeligen zweiten Abschnittes. Ich meine, ich habe die Dortmunder nun schon ein paar Mal gesehen in dieser Saison - aber keine Konstanz. Eher ist es so, als wollte sie das bisherige Zaudern ihres Trainers Matthias Sammer, seine bis zur Langeweile wiederholte Bescheidenheit immer mal wieder bildlich auf dem Rasen demonstrieren.

Was Sammer so alles sagte in jüngster Zeit, man könnte es auch - in aller Freundschaft - salbadern nennen. Mensch, Mattes, ihr seid Krösus, ihr seid Favorit und eigentlich kann es nicht sein, dass diese Borussia gegen einen Aufsteiger am Ende angewiesen ist auf einen zu Unrecht nicht gegebenen Elfmeter. Rein rechnerisch ist der BVB wieder auf Kurs. Momentaufnahme, sagt Sammer da immer. Wollen wir schauen, dass die diesmal von ihm verordnete offensive Taktik eben keine Momentaufnahme bleibt. Man wird ihm seine Einkaufsliste vorhalten. Und die von Hans Meyer feixend daneben legen.

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