Sport : Der Abgrund rückt näher

Fortuna Düsseldorf scheint nach dem 1:3 bei Eintracht Frankfurt auf dem Weg zurück in die Zweite Liga.

Zielorientiert. Der Frankfurter Srdjan Lakic attackiert das Düsseldorfer Tor. Foto: dpa Foto: dpa
Zielorientiert. Der Frankfurter Srdjan Lakic attackiert das Düsseldorfer Tor. Foto: dpaFoto: dpa

Frankfurt am Main - Die Frankfurter Fans hatten ein Transparent ausgerollt. „Schießt uns nach Europa“ forderten sie darauf von der Eintracht. Für die Fußballer von Fortuna Düsseldorf las es sich im Regen wohl eher wie „Schießt die in die Relegation“ oder, noch schlimmer, „Schießt die in Liga zwei“. Denn nach dem 1:3 (0:1) in Frankfurt trennen die Rheinländer nur noch zwei Punkte von einem direkten Abstiegsplatz. Wenn Augsburg am Sonntag in Freiburg punkten sollte, würde der Aufsteiger auf den Relegationsplatz abrutschen.

„Das ist bitter, wir müssen endlich anfangen zu punkten“, sagte Düsseldorfs Torschütze Dani Schahin. Die Fortuna bleibt der einzige Bundesligist, der 2013 auswärts noch nicht gewonnen hat. Nach dem 1:3 muss Düsseldorf nun zu Hause gegen Nürnberg und auswärts in Hannover um den Klassenerhalt zittern. Der andere Aufsteiger, aus Frankfurt, hat dagegen einen großen Schritt Richtung Europacup-Teilnahme unternommen.

„Für uns geht es darum, uns in den nächsten beiden Spielen so zu straffen, dass wir noch möglich machen können, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Fortunas Trainer Norbert Meier.

Nach zuletzt neun sieglosen Spielen versuchte Meier, dem Absturz mit gleich sechs Änderungen in der Startelf entgegenzuwirken. Vor allem in der Abwehr waren die Wechsel jedoch teils verletzungsbedingt. Die Umstellungen schienen seine Mannschaft eher zu verunsichern, sie begann sehr nervös, einfache Bälle versprangen. „Wir hatten zu Beginn Abstimmungsschwierigkeiten und konnten froh sein, nicht noch früher in Rückstand geraten zu sein“, sagte Norbert Meier. Die Frankfurter versuchten die Düsseldorfer, die erst ab der Mittellinie angriffen, von Beginn an mit hohem Tempo auseinander zu kombinieren. Teilweise hatten die Gastgeber bis zu 75 Prozent Ballbesitz. Die Düsseldorfer liefen mehr, waren zweikampfstärker und kamen über die Flügel zu Konteransätzen, aber alles endete in einfachen Ballverlusten.

Gerade als es so schien, als könnte die Fortuna das Spiel verlangsamen und die Ordnung in der Abwehr halten, fiel die Frankfurter Führung: Nach mehreren Stellungsfehlern in der Fortuna-Abwehr kam Eintrachts Stürmer Sdrjan Lakic aus zehn Metern zum Schuss. Der zuletzt formschwache Torwart Fabian Giefer lenkte den Ball zur Seite, wo Frankfurts Kapitän Alexander Meier freistehend zu seinem 14. Saisontor einschob. Die Eintracht blieb feldüberlegen, doch der schwächste Bundesliga-Sturm der Rückrunde – zehn Tore in 14 Spielen bis dahin – wurde nicht mehr richtig gefährlich. Das änderte sich aber kurz nach dem Seitenwechsel: Nach einer Ecke sprang Lakic beim Kopfball höher als drei Düsseldorfer Verteidiger, ein weiterer sicherte den Pfosten nicht ab – 2:0.

Die Gäste gingen nun in die Offensive, Frankfurt zog sich zurück. Erst eine Viertelstunde vor Schluss führte das zu echter Torgefahr: Der eingewechselte Schahin fing einen Frankfurter Querpass hinter der Mittellinie ab, spurtete los, schüttelte alle Verteidiger ab und traf ins kurze Toreck. Nach dem Anschluss wurden die Frankfurter nervöser, die Düsseldorfer Abspiele aber nicht genauer. Stattdessen zwirbelte Alexander Meier den Ball kurz vor Ende von der Strafraumgrenze in den Winkel. Mit seinem sehenswerten Treffer erfüllte er den Wunsch der eigenen Fans – und stürzte Düsseldorf Richtung Abgrund. Tsp

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