Sport : Der Abschied von den kleinen Fischen

Karsten Doneck

Warum immer nur gegen Reutlingen, Fürth oder Ahlen spielen, wenn es doch auch den FC Bayern, Borussia Dortmund oder den Hamburger SV gibt? Der 1. FC Union will sich auf Dauer nicht mehr mit den kleinen Fischen des deutschen Fußballs in Liga zwei abgeben. "Wir sind dabei, unseren Kader langsam erstligareif zu gestalten", sagt Unions Präsident Heiner Bertram. Er betont: "Die Verpflichtung von Petar Divic war ein weiterer Schritt in diese Richtung." Und sicher nicht der letzte. "Wir wollen noch einen Spieler für die Defensive holen", kündigt Bertram weitere Verstärkung an."

Stürmer Divic vom OFK Belgrad wird heute (19 Uhr, Alte Försterei) gegen den VfL Bochum noch fehlen. Arbeitserlaubnis, der Stempel im Pass - es sind nicht nur solche Formalitäten, die den Jugoslawen an einem sofortigen Einsatz hindern. Trainer Georgi Wassilew sagt: "Selbst wenn er da wäre, gäbe es keine 100prozentige Garantie, dass er auch spielen würde. Auch so ein Spieler, der uns zweifellos im Angriff verstärken wird, braucht Zeit zur Integration."

Zum Thema Bundesliga aktuell: Ergebnisse und Tabellen
Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Divic soll rund 800 000 Mark Ablöse gekostet haben. Irgendwie scheint da der Wert des 26-Jährigen mit den Aktienkursen an der Börse eng verknüpft zu sein. Die fallen ja in jüngster Zeit auch ständig. Und über Divics Wert weiß Unions Manager Klaus Berge zu berichten: "Vor einem halben Jahr sind OFK Belgard schon mal von einem anderen Klub zwei Millionen Mark für Divic geboten worden." Egal, ob 800 000 oder zwei Millionen - Divics wahrer Wert wird in Zukunft an Zweitligatoren für Union gemessen.

Wahrscheinlich wird Divic im DFB-Pokal am nächsten Dienstag gegen RW Oberhausen dem Publikum vorgestellt. Ein Weiterkommen würde Union 700 000 bis 800 000 Mark zusätzliche Einnahmen bringen, "als Sockelbetrag", wie Klaus Berge sagt. Ein attraktiver Gegner plus Fernsehübertragung - das würde die Einnahmen weiter erhöhen. Geld, das Unions Handlungsspielraum auf dem Transfermarkt verbreitert. "Das Gehalt eines Spielers können wir in unserem Etat noch unterbringen, nicht aber eine Ablösesumme", so Bertram.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben