Sport : Der Adler siegt wieder

Skispringer Sven Hannawald kann doch noch gewinnen

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Engelberg (Tsp). Viel Zeit blieb für Sven Hannwald in Engelberg nicht, den ersten Weltcupsieg in dieser Saison zu feiern. Kaum war die Siegerehrung beendet, flog der 28Jährige auch schon mit einem Learjet in Richtung Baden-Baden – zur Auszeichnung als Sportler des Jahres.

„Das war eine Granate heute und das schönste Weihnachtsgeschenk für mich“, sagte Hannawald euphorisch. Die Saison hatte für den Sieger der Vierschanzentournee schlecht begonnen. Nach einer Knieoperation im Sommer sprang Hannawald zunächst nur hinterher. Beim Weltcupspringen in Kuusamo blamierte er sich vor drei Wochen mit einem Hüpfer auf 56 Meter.

Doch rechtzeitig vor der anstehenden Titelverteidigung ist er wieder in Topform. Mit dem Sieg in der Schweiz hat er auch endgültig sein Selbstbewusstsein zurückgewonnen. Bundestrainer Reinhard Heß sagte: „Das ist das Ergebnis, das er gebraucht hat.“

Hannawald, der bereits am Tag zuvor als Dritter seinen Formanstieg demonstriert hatte, setzte sich diesmal mit Sprüngen von 133 und 132,5 Metern und der Note von 282,9 Punkten gegen die Österreicher Andreas Widhölzl (270,7) und Andreas Goldberger (268,9) sowie den polnischen Weltcupverteidiger Adam Malysz (266,9) durch.

Während der Gewinner von Engelberg mit 27 000 Schweizer Franken im Gepäck losflog, zog es Martin Schmitt nach dessen weniger geglücktem Comeback nach Hause. „Ich brauche ein paar Tage Ruhe“, gestand er nach dem 33. Platz. „Ich bin aber nicht enttäuscht“, sagte der Doppel-Weltmeister aus Tannheim, der am Sonnabend 16. geworden war. Schmitt tröstete sich damit, dass für ihn vom Potenzial her wieder vordere Platzierungen machbar sind. Auch Reinhard Heß war nicht unzufrieden: „Man darf sich nicht von dem Ergebnis täuschen lassen. Sein Leistungsbild ist mehr wert.“ Heß verhehlte nicht, Schmitt mehr zugetraut zu haben.

Dennoch haben die deutschen Skispringer rechtzeitig vor der am Sonntag in Oberstdorf beginnenden Tournee Hoffnungen geweckt. Denn in Michael Uhrmann (Rastbüchl), der in Engelberg 11. und 25. wurde, gibt es einen weiteren starken Springer.„Ich habe keine Bedenken, was die drei angeht. Sie werden bei der Tournee präsent sein“, erklärte Heß zuversichtlich. Als 9. überzeugte am Sonntag auch Georg Späth (Oberstdorf).

Die Nummer eins im deutschen Team ist aber wieder Sven Hannawald, der den Schock von Kuusamo endgültig überwunden hat. „Ich habe ihn das erste Mal so richtig locker erlebt“, sagte Heß.

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