Sport : Der Ärger zahlt sich aus

Der DFB entschädigt Hertha für Marko Rehmers Verletzung

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Berlin. Bayern München will heute in Frankfurt am Main vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) viel Geld für Sebastian Deisler erstreiten, der sich in einem Länderspiel schwer verletzt hat und noch lange Rekonvaleszent sein wird. Hertha BSC ist da schon weiter. Manager Dieter Hoeneß verkündete am Dienstag, dass der Verein vom DFB demnächst eine Entschädigung für den monatelang verletzt ausgefallenen Nationalspieler Marko Rehmer erhalten werde. „Wir haben eine vernünftige Lösung gefunden“, sagte Hoeneß. Die Einigung wurde bereits vor dem Länderspiel in Sofia gegen Bulgarien beim Treffen von Hoeneß mit dem DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt erreicht. Über die Höhe der Entschädigung wollte Hoeneß keine Angaben machen.

Mit der nun getroffenen Entscheidung geht ein langer Streit zwischen dem Fußball-Bundesligisten Hertha und den DFB-Verantwortlichen zu Ende. Hoeneß hatte der medizinischen Abteilung des Verbandes vorgeworfen, Rehmer bei der Weltmeisterschaft in Asien falsch behandelt zu haben, sodass er zum Bundesliga-Saisonstart nicht fit war. „Da wird Marko von den besten Ärzten und Physiotherapeuten behandelt, und dann ist er nicht spielfähig – da ist was schief gelaufen“, kritisierte Hoeneß. Die DFB-Zentrale, die attackierten Mediziner, Teamchef Rudi Völler und Bundestrainer Michael Skibbe widersprachen dieser Kritik. „Das sind ungerechtfertigte Anschuldigungen, die jeder Grundlage entbehren“, sagte Skibbe.

Rehmer war nach seiner wochenlangen Pause wegen eines Kapsel- und Bänderrisses von Völler mit zur Weltmeisterschaft genommen worden. Völler setzte ihn im Duell mit Paraguay ein, musste ihn aber zur Pause wieder aus dem Spiel nehmen. „Ich hatte mit Spritzen und schmerzstillenden Tabletten gespielt“, sagte Rehmer später. Fortan war er nur noch Statist.

Nach der Rückkehr von der WM musste sich Herthas Defensivspieler wegen anhaltender Fußbeschwerden in ärztliche Behandlung begeben. Als seine Vereinskameraden längst im Training für die neue Saison waren, klagte Rehmer immer wieder über Schmerzen. Für mehrere Tage begab er sich im bayerischen Donaustauf in die Behandlung des anerkannten Physiotherapeuten Klaus Eder. Die Beschwerden wurden nicht geringer. Während der Urlaubsreise auf Kreta, die ihm Hertha wegen der zusätzlichen Belastung durch die WM gewährte, konnte Rehmer nach eigenem Bekunden „kaum laufen“. Nur Rad fahren.

Nach seiner Rückkehr brauchte Rehmer lange Zeit, um Anschluss zu finden. In der gesamten Vorbereitungsphase von Hertha BSC war er nicht dabei. Trainer Huub Stevens ließ ihn zweimal bei den Amateuren in der Oberliga mitwirken, um ihm Spielpraxis zu geben. Erst am 11. September, gegen Borussia Mönchengladbach, bestritt Rehmer sein erstes Bundesligaspiel der Saison. Dass Rehmer, der gerade von Völler für die nächsten Länderspiele gegen Bosnien-Herzegowina und die Färöer berufen worden ist, Hertha so lange nicht zur Verfügung stand, hat Dieter Hoeneß sehr erbost. Sein Ärger wird sich nun auszahlen. Klaus Rocca

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