Sport : Der alles zu Gold macht

Nach dem 1:0-Sieg beim Erzrivalen Barcelona wird Real Madrids Trainer Bernd Schuster gefeiert

Julia Macher[Barcelona]

Der Philosoph Sigmund Freud hat einmal gesagt: „Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos.“ Demnach wäre Bernd Schuster, Trainer von Real Madrid, momentan ziemlich wehrlos. Nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft am Sonntagabend über den FC Barcelona überschlagen sich die Zeitungen in der spanischen Hauptstadt und auch die Verantwortlichen bei Real Madrid mit Huldigungen des Trainers.

„Wir haben einen Trainer gefunden, der viele Jahre bei uns bleiben wird“, sagte Reals Präsident Ramón Calderón. „Schuster wird der Ferguson von Madrid sein.“ Der Schotte Sir Alex Ferguson ist bei Manchester United seit 21 Jahren im Amt. Mit dem Erfolg gegen Barcelona hat Real den Vorsprung vor dem Erzrivalen Barcelona auf sieben Punkte ausgebaut und werden die Hinrunde, die in zwei Spieltagen endet, als Tabellenerster abschließen. Die Tageszeitung „ABC“ schrieb: „Alles was Schuster anfasst, scheint zu Gold zu werden.“

In der Tat erlebte Bernd Schuster am Sonntag einen großen Abend. Zum ersten Mal saß der ehemalige Barça-Spieler als Trainer von Real Madrid im Camp Nou, dem Stadion des FC Barcelona. Und er erwies sich vor 98 787 Zuschauer als der taktisch klügere Trainer. Sein Kollege Frank Rijkaard, der auf Lionel Messi, den dreimaligen Torschützen des letzten Derbys, verzichten musste, hatte auf die großen etablierten Namen gesetzt. Deshalb hatte der Coach des FC Barcelona Eto’o, Deco und vor allem Ronaldinho aufgestellt.

Für den Brasilianer Ronaldinho ging es um seine Rehabilitierung, und die schlug gründlich fehl. Barcelona spielte schwach und Reals Siegtor durch Julio Baptista war verdient. „Ich hatte viel Spaß heute Abend. Das hatte ich nicht erwartet. Es war kein einfacher Sieg, aber er war gerecht“, sagte Bernd Schuster.

Sein Präsident sieht nun goldene Zeiten auf den Rekordmeister zukommen. „Ich habe das Gefühl, dass diese Elf alles gewinnen kann“, sagte Calderón. „Wenn wir das Triple (Meisterschaft, Pokal und Champions League) schaffen, bekommt das Team eine Extraprämie.“ Und der hochgelobte Trainer sicher auch. (mit dpa)

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