Sport : Der Alte packt das nicht

Stefan Hermanns über das Für und Wider von Trainerentlassungen

Stefan Hermanns

Über den vor einer Woche vollzogenen Trainerwechsel beim 1. FC Nürnberg ließe sich mit Sicherheit einiges sagen. Zum Beispiel, dass ein paar Provinzhonoratioren, die sich von der Präsenz des Trainers Meyer aus dem Bild gedrängt fühlten, die günstige Gelegenheit zur Rache nicht ungenutzt verstreichen lassen wollten; dass daraus eine unappetitliche Demontage des einstigen Pokalhelden resultierte und dass den Nürnbergern wohl der kühle Kopf gefehlt hat, um zunächst einmal die Frage zu klären, ob es wirklich eine so gute Idee ist, einen neuen Trainer mit Auswärtsspielen in Lissabon und Bremen beginnen zu lassen.

Eines aber lässt sich ganz sicher nicht sagen: dass Thomas von Heesen in Nürnberg nach zwei Spielen mit null Toren und null Punkten bereits gescheitert ist.

Die Entlassung eines Trainers ist oft mehr vom Gefühl als von Fakten geleitet. Vom Gefühl: Der Alte packt das nicht mehr. Gegen eine solche Ahnung lässt sich schwer anargumentieren, und dagegen helfen auch, wie im Fall Hans Meyer, die alten Verdienste nicht. Nicht immer ist das subjektive Gefühl so überzeugend mit objektiven Fakten zu belegen wie bei Arminia Bielefeld. Zur Entlassung Ernst Middendorps gab es keine Alternative. Mit ihm wäre die Mannschaft auf jeden Fall abgestiegen. Vielleicht aber steigt die Mannschaft auch mit seinem Nachfolger Michael Frontzeck ab – nach drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen ist das zumindest nicht auszuschließen.

Zwei Punkte liegen die Bielefelder noch vor den Nürnbergern. Im Moment deutet einiges darauf, dass beide Mannschaften am Ende der Saison den dritten Absteiger nach Duisburg und Cottbus unter sich ausmachen, dass es demnach ein Klub mit neuem Trainer schafft, in der Liga zu bleiben, der andere, ebenfalls mit neuemTrainer, nicht. Was das ganz generell über den Sinn von Trainerwechseln sagt? Gute Frage.

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