Sport : Der andere Aufreger

Robert Ide

versucht sein Glück beim Ticketkauf für die WM 2006 Wenn nicht diese Sache mit den Schiedsrichtern und den Millionenwetten wäre, hätte die deutsche Fußball-Gemeinde derzeit einen anderen Aufreger. Der lässt sich auf einen Satz reduzieren: „Dennoch wird es in besonderen Fällen (zum Beispiel Hochzeit, Tod, Krankheit innerhalb der Familie) möglich sein, mit Zustimmung des Organisationskomitees oder des von ihm beauftragten Ticket-Services das Recht für den Zutritt zu einem Spiel der Fifa Fußball-WM 2006 zu übertragen.“

Den Satz hat Horst R. Schmidt gesagt, der den Kartenverkauf für die WM 2006 verantwortet, und der sagen will, dass Fans gekaufte WM-Tickets nicht umtauschen oder übertragen können. Nur wenn sie sterben, soll das ausnahmsweise gehen. Wie sie sich aber danach eine Zustimmung des Organisationskomitees holen können, ist noch unklar.

Zugegeben, beim Ticketverkauf für eine WM kann man es nicht allen Recht machen. Es gibt einfach niemals so viele Sitzplätze wie Interessenten. Dass aber nur ein Drittel der Karten für Fans reserviert ist, ist hart. Dass die Fans ab heute Nacht Tickets für Paarungen bestellen sollen, die noch gar nicht feststehen, sie später aber nicht mehr umtauschen können, ist eigentlich eine Gemeinheit. Sogar das Verschenken der Tickets wird erschwert, denn wer Karten für seine drei besten Freunde mitbestellt, nimmt diesen damit die Chance, selbst ihr Glück zu versuchen. Und was passiert eigentlich, wenn meine drei Mitbesteller zum WM-Anpfiff nicht mehr meine Freunde sind? Darauf hat Horst R. Schmidt noch keine Antwort gegeben.

Auch beim Thema WM-Karten ist derzeit einiges ohne Gewähr.

Seite 20

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben