Sport : Der Appetitanreger

Düsseldorf will gegen Union einen Rekord brechen

Ulrich Hartmann

Düsseldorf - Für die Rheinländer ist die Sache relativ einfach. Fortuna Düsseldorf spielt jetzt nämlich in einer schicken 218-Millionen-Euro-Arena und wird von der größten deutschen Werbeagentur BBDO vermarktet, die neuerdings ihr Partner ist. BBDO sieht viel Potenzial in der Stadt, weil die Fortuna Tradition hat und die Bevölkerung Hunger auf Fußball. Doch es gibt da ein Problem. Düsseldorf spielt seit sieben Jahren nicht mehr in der Bundesliga und momentan nur in der Regionalliga Nord, wo sich auch die gerade aus der Zweiten Liga abgestiegenen Fußballer vom 1. FC Union schadlos zu halten versuchen. Heute wollen die Klubs gemeinsam noch einmal kurz ausbrechen aus der Anonymität. Mit einem Rekordversuch.

Fortuna Düsseldorf, der ruhmreiche Verein mit dem bekannten Namen, ist als Produkt derzeit ungefähr so attraktiv wie Tütensuppe. Die macht zwar satt, aber keinen Appetit auf mehr. Weil die rheinische Fußballindustrie ihr Erzeugnis aber trotzdem an den Fan bringen will und die neue Rheinarena nun mal soeben bezugsfertig geworden ist, soll ein Rekord Interesse erregen. Zum Heimspiel gegen Union soll der Zuschauerrekord der Dritten Liga gebrochen werden. 28 075 Menschen sahen im vergangenen März das Spiel zwischen Sachsen Leipzig und Borussia Dortmunds Amateuren im Zentralstadion. Diesen Rekord zu knacken, haben sich die Fortunen zum Ziel gesetzt. „So viele Düsseldorfer trifft man sonst nur auf Ibiza“, steht in einer Anzeige, die vor dem Spiel in der Lokalpresse erscheint.

Mit einem Etat von vier Millionen Euro hat Fortunas Manager Thomas Berthold ein Team zusammengestellt, das binnen zwei Jahren in die Zweite Liga aufsteigen soll. Doch nach nur acht Punkten aus sieben Spielen muss Trainer Massimo Morales einen missglückten Start bilanzieren. Die erste Enttäuschung therapiert man nun mit einem Spektakel. Die modernste Arena Europas hat zwar keine Stehplätze, ist im Winter aber auf 15 Grad beheizbar. Ideale Bedingungen für sonst wenig erwärmenden Regionalligafußball.

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