Sport : Der Assistent wird Chef

Jeff Tomlinson wechselt von den Eisbären zur DEG

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Berlin - Bei den Eisbären war er der fleißige Mann im Hintergrund. Jetzt tritt er in den Vordergrund – wenn auch in einem anderen Verein. Der bisherige Berliner Assistenztrainer Jeff Tomlinson wird künftig die Düsseldorfer EG als Chefcoach betreuen. „Jeff Tomlinson kennt die Liga und das deutsche Eishockey genau. Er war unser Wunschkandidat“, sagt Lance Nethery über seine Neuverpflichtung. Düsseldorfs Manager darf sich in der Tat über einen Insider, vor allem aber über einen Perfektionisten freuen.

Kaum einer hat bei den Eisbären so akribisch gearbeitet wie Tomlinson. In seinem Zimmerchen analysierte er per Video stundenlang die eigene Mannschaft und deren Konkurrenten, zudem überraschte er ein ums andere Mal mit taktischen Innovationen – zuletzt im Play-off-Viertelfinale. Dass sein Klub dort gegen die Augsburger Panther trotzdem ausgeschieden ist, hat den 39 Jahre alten Deutsch-Kanadier getroffen. Denn die Eisbären sind für ihn in den zurückliegenden zehn Jahren „zu meinem Zuhause geworden“. Zwischen 2000 und 2004 kurvte Jeff Tomlinson selbst für die Berliner übers Eis, danach betreute er ihr Nachwuchsteam und wurde schließlich zum Kotrainer befördert. „Ich hätte nie gedacht, dass ich Berlin einmal verlassen werde“, sagt er heute. „Aber das Angebot aus Düsseldorf konnte ich einfach nicht ausschlagen.“

Sein Kontrakt beim Traditionsklub aus dem Rheinland gilt zunächst für ein Jahr. Zusammen mit Manager Nethery möchte er „eine schlagkräftige Mannschaft mit Perspektive aufbauen“ – die Kompetenz dafür bringt Tomlinson mit. Unter seiner Regie haben einige Talente den Weg ins professionelle Eishockey geschafft; darüber hinaus kennt er Stärken und Schwächen sämtlicher Spieler. Es war vor allem diese Kenntnis, die auch Eisbären-Chefcoach Don Jackson an seinem bisherigen Assistenten geschätzt hat. Jetzt emanzipiert sich Jeff Tomlinson von Don Jackson – und von den Berlinern. In der kommenden Saison muss er sich in Düsseldorf als Chef beweisen. Und damit auch als Kontrahent der Eisbären. Katrin Schulze

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