Sport : Der Aufsteiger

Mathias Schober will mit Hansa Rostock noch in die Bundesliga – und trotzdem zu Schalke wechseln

Matthias Koch

Berlin - Bei Hansa Rostock kriselt es. Dem Fußball-Zweitligisten scheinen ausgerechnet in der entscheidenden Phase des Aufstiegsrennens die psychischen und physischen Kräfte auszugehen. „Ich hatte das Gefühl, dass einige Spieler ohne jedes Selbstvertrauen auf dem Platz standen“, sagt Torhüter Mathias Schober im Rückblick auf die 0:3-Heimniederlage gegen TuS Koblenz. Der 31-Jährige ist sich aber auch nach drei Partien ohne Sieg sicher, dass Hansa nach zwei Jahren Abwesenheit die Rückkehr in die Bundesliga gelingt. „Wir haben es mit zwei Punkten Vorsprung nach wie vor selbst in der Hand. Deshalb bin ich optimistisch, dass wir den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen.“

Bislang hat sich nur der Karlsruher SC durchgesetzt. Um die anderen beiden Bundesligaplätze streiten sich Rostock (56 Punkte) sowie Duisburg, Fürth und Freiburg, die jeweils 54 Zähler auf dem Konto haben. In diesem Quartett weist Hansa allerdings den größten Abwärtstrend auf. „Es ist richtig, dass wir im Frühjahr einfach zu wenig Siege eingefahren und mit 14 Mal zu oft Unentschieden gespielt haben“, gibt Schober zu. „Wenn man sich so viel vornimmt, verkrampft man vielleicht auch ein bisschen.“

Vor den verbleibenden Partien bei 1860 München am heutigen Sonntag und gegen Unterhaching am 20. Mai sollte ein Kurztrainingslager die Blockade im Kopf lösen. Bereits seit Donnerstag trainiert Hansa unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Bayern. Für Schober ist es eine der letzten Sondermaßnahmen im Hansa-Trikot. Im Sommer kehrt der Schlussmann zu seiner Jugendliebe Schalke 04 zurück. Für vier Spielzeiten hat der Torsteher unterschrieben. Von einem Rentenkontrakt will er nichts wissen. „Ich bin 31 Jahre alt und habe zwei Kinder. Da ist es doch völlig normal, dass man einen langfristigen Vertrag unterschreibt. Ich habe keine Lust, nach zwei Jahren wieder umzuziehen“, sagt Schober. „Zumal ich bei Schalke schon mal gespielt habe und 20 Kilometer von der Arena entfernt aufgewachsen bin.“

Statt Abstiegskampf in Liga eins oder erneutem Aufstiegsrennen in Liga zwei spielt Mathias Schober im nächsten Jahr wahrscheinlich in der Champions League und um die deutsche Meisterschaft. Er wolle Schalkes Jungstar Manuel Neuer Druck machen. Sollte die Entscheidung im Kampf um die Nummer eins gegen ihn ausfallen, wird sich Schober ins zweite Glied fügen: „Ich bin kein Typ, der Stunk macht.“ Über die nahe Zukunft will Schober jedoch nicht so viel reden. 151 Mal hat er für Schalke, den Hamburger SV und Hansa in der Bundesliga gehalten. Da soll Rostock wieder hin. Zeit für Wehmut nach sechs Jahren an der Ostseeküste nimmt er sich deshalb noch nicht. Mathias Schober sagt: „Für mich zählt nur der Aufstiegskampf. Alles andere habe ich erst mal beiseite geschoben.“ Matthias Koch

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