Sport : Der Auftragskiller

Benedikt Voigt sieht schwere Zeiten für die Sportschau kommen

Benedikt Voigt

Eigentlich müssten sich alle Fernsehkonsumenten der Fußball-Bundesliga über den Deal mit Leo Kirch freuen. Drei Milliarden Euro werden die 36 Klubs der Deutschen Fußball-Liga (DFL) im Zeitraum von 2009 bis 2015 erhalten, das sind pro Spielzeit 20 Prozent mehr als zuletzt. Mehr Geld für die Vereine bringt den Fußballfreunden vor den Fernsehern dieser Republik die Aussicht, in der Bundesliga mehr Spieler von der Qualität eines Franck Ribery oder Rafael van der Vaart erleben zu können. Ein super Deal also, auch für die Fernsehzuschauer? Wahrscheinlich nicht.

Die genauen Modalitäten sind noch nicht geklärt, doch die Wahrscheinlichkeit ist gestiegen, dass die ARD-Sportschau um 18.30 Uhr ab der Saison 2009/2010 Geschichte sein wird. Die alte Dame stand bereits schon einmal auf der Kippe, als der Pay-TV-Sender Premiere größere Exklusivrechte verlangte. Eine gemeinschaftliche Anstrengung von Fans und Politik retteten schließlich die Sportschau. Die DFL hatte sich ihren Argumenten zugänglich gezeigt. Zumal in Arena eine Pay-TV-Alternative zur Verfügung stand. Doch Arena gibt es als eigenständigen Anbieter nicht mehr. Und nun entscheidet Leo Kirch über die Vergabe der Fernsehrechte, was das Pech der Sportschau werden könnte. Er wird sich kaum von den Argumenten der Fußballromantiker beeinflussen lassen, verständlicherweise, er muss ja drei Milliarden Euro refinanzieren. Und die DFL ist fein raus. Es sieht so aus, als hätte sie einen Auftragskiller gefunden.

Seite 29

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben