• Der Ausfall von Deutschlands Nummer eins im Tor bringt den FC Bayern in Schwierigkeiten

Sport : Der Ausfall von Deutschlands Nummer eins im Tor bringt den FC Bayern in Schwierigkeiten

Andrea Wimmer

Vom "Mister Hundertprozent" zum Dauer-Patienten - der Leidensweg des Oliver Kahn geht weiter und stürzt den FC Bayern München in eine seit Jahren ungewohnte Torhüter-Misere. Deutschlands Nummer eins im Tor droht in einem Jahr mit Krankheit und Verletzung nun wegen einer Bandscheiben-Vorwölbung im Halswirbelbereich erneut womöglich eine längere Pause. "Wann ich wieder spielen kann, lässt sich schwer sagen. Es macht auch keinen Sinn, dass ich mich da unter Druck setze", erklärte Kahn selbst via Internet. Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt konnte am Dienstag in Eindhoven auch noch keinen Zeitpunkt für eine Kahn-Rückkehr nennen: "Ich hoffe, dass Oliver in der nächsten Woche wieder spielen kann." Auf Grund der "Vorwölbung" der Bandscheibe habe der Keeper eine "Störung der Nackenmuskulatur".

Beim nächsten Bundesliga-Spiel am Sonnabend gegen den VfL Wolfsburg fehlt Kahn sicher. Und auch ein Einsatz im entscheidenden Vorrunden-Finalspiel am kommenden Mittwoch gegen die Glasgow Rangers ist fraglich. Die Lage der Bayern ist prekär. Zwar wurde der Nationaltorhüter beim Deutschen Fußball-Meister im Champions-League-Spiel beim PSV Eindhoven erneut vom Amateurtorwart Stefan Wessels vertreten (das Spiel war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet). Aber falls auch ihm etwas zustoßen sollte, bleibt den Bayern nur noch der erst 17-jährige Ersatzmann Jan Schlösser. Kahns etatmäßiger Vertreter Bernd Dreher ist wegen einer Knieverletzung noch Monate lang außer Gefecht, Ersatzmann Sven Scheuer wegen diverser Eskapaden suspendiert - und ohnehin nach einem Bandscheibenvorfall nicht einsatzfähig. "Wenn Scheuer heute fit wäre, würde ich ihn sofort morgen begnadigen, wenn ich damit dem FC Bayern helfen würde. Da ist mir das Hemd näher als die Hose", meinte Hoeneß.

Der 30-jährige Kahn kämpfte in diesem Jahr ständig gegen seinen Körper. Erst wurde er am Sprunggelenk operiert, nachdem er sich nach der Fußverletzung am 9. Mai zunächst keine Pause gegönnt hatte. Zu Saisonbeginn warf ihn eine Magenschleimhaut-Entzündung um. Am 19. September zog er sich bei einem Zusammenprall mit seinem Kollegen Samuel Kuffour eine Gehirnerschütterung zu; womöglich rühren die aktuellen Beschwerden noch davon. Zwei Mal feierte Kahn ohne Anlaufzeit glänzende Comebacks und war zuletzt vor einer Woche in der Champions-League-Partie in Valencia der große Retter der Bayern. In der Nationalmannschaft beendete er die öffentlichen Debatten um ihn und seinen Rivalen Jens Lehmann mit einer hervorragenden Leistung beim 0:0 am 9. Oktober gegen die Türkei.

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