Sport : Der Ball ist eckig

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Sven Goldmann über eine schwere Aufgabe für die Deutsche Fußball Liga

Sind wirklich schon zwei Jahre vergangen seit der Erfindung des eckigen Balles? So kam die Deutsche Fußball Liga damals doch daher. Die neu gegründete Selbstverwaltung der 36 Profiklubs wollte vieles, nein: alles besser, moderner und schneller machen als der alte, bräsige Deutsche FußballBund, kurzum: Liga und Spiel neu erfinden. Seitdem ist diese DFL vorwiegend durch die Einführung eines, nun ja, gewöhnungsbedürftigen Logos aufgefallen. Den versprochenen Zuwachs an Professionalität blieb sie schuldig.

Jetzt ist die Chance zur Profilierung da, ganz plötzlich über Nacht und sehr viel unbequemer als erhofft. Die DFL wird richten müssen über sein prominentestes Mitglied, über den FC Bayern München und dessen zumindest moralisch anrüchigen Vertrag mit der Kirch-Gruppe. Die DFL hat zügig die Ermittlungen an sich gerissen und einen ehrgeizigen Zeitrahmen vorgegeben. Bis Mitte der kommenden Woche will die Geschäftsführung eine Entscheidung fällen. Und hier fangen dann auch schon die Probleme an.

Wie auch immer die DFL entscheidet – sie wird sich damit nicht überall Freunde machen. Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß räumt mittlerweile zwar einen kleinen Verstoß gegen das Ligastatut ein, sieht darin aber ein zu vernachlässigendes Versäumnis und keinesfalls einen zu verurteilenden Tatbestand. Die Bayern sehen sich juristisch und moralisch im Recht und erwarten als Ergebnis der Prüfung einen Freispruch erster Klasse. Genau den aber wird ihnen die DFL kaum bieten können, will sie nicht in den Verdacht geraten, den Branchenführer zu protegieren. Zu große Kreise hat die Affäre Bayern-Kirch gezogen, zu viel Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel.

Die öffentliche Meinung fordert eine Bestrafung des FC Bayern. Das aber darf nicht maßgeblich sein für das Urteil der DFL – und wenn sie bei einem Schuldspruch noch so viel Profil gewinnen würde. Dann doch lieber eckige Bälle erfinden.

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