Sport : Der Bauherrredet mit

Thunder kämpft weiter um den

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Berlin. Michael Lang hat derzeit keine leichte Aufgabe. Dem Manager von Berlin Thunder sitzt die Führung der NFL Europe im Nacken, die ihn ultimativ aufgefordert hat, dass Thunder ab der Saison 2003 im Olympiastadion spielen muss. Ansonsten wird die europäische Footballliga die Lizenz in eine andere Stadt vergeben. Doch Lang ist guter Dinge. Heute Abend steigt er ins Flugzeug, um in London Fernsehverhandlungen zu führen. Das tut keiner, der sich nicht sicher ist, dass der Klub eine Zukunft hat.

Große Sorgen muss sich Lang auch nicht machen. Gespräche mit dem Berliner Senat sowie Fußball-Bundesligist Hertha BSC verliefen positiv. Alle bestätigen ihm, dem Umzug wohlwollend gegenüberzustehen. „Wir wollen, dass Thunder im Olympiastadion spielt", sagt Berlins Sportstaatssekretär Thomas Härtel. Die Probleme liegen eher im Detail. Das Olympiastadion wird noch bis Dezember 2004 umgebaut und danach gemeinsam von Hertha, dem Land Berlin und Walter Bau betrieben. Die Baugesellschaft hält ebenso wie Hertha BSC 37,5 Prozent Anteil an der 13-jährigen Nutzungsgemeinschaft, deshalb hat Walter Bau ein gewichtiges Wort mitzureden. Für zwei Jahre müssten die Footballer in den eng gestrickten Bauplan eingearbeitet werden. Das könnte am Ende den Bau verzögern und würde für die Walter Bau AG zu Konventionalstrafen führen, die der Senat auch in so einem Fall nicht erlassen will. „Der Baufortschritt hat in jedem Fall Vorrang", sagt Härtel. Doch er ist insgesamt zuversichtlich, „weil der Stand des Baufortschrittes es ermöglichen würde".

Bei der Walter Bau AG gibt man sich da etwas zurückhaltender. Zunächst müssen Zeitpläne intern genau geprüft werden, bevor man sich offiziell äußert. In einem Gespräch heute zwischen Lang und dem Projektmanagement soll vor allem der Bauablaufplan mit dem Spielplan abgeglichen werden. Dabei gibt es zwei Varianten: Thunder könnte im wöchentlichen Wechsel mit Hertha spielen oder beide Vereine spielen am gleichen Wochenende, Hertha am Samstag, Thunder am Sonntag. Die erste Variante wird zwar von Lang bevorzugt, weil er den Sonntag für den schlechteren Spieltag hält, könnte aber den Baufortschritt verzögern. Wie schwierig eine Entscheidung wird, belegt allein die Tatsache, dass ein fünfköpfiges Team von Walter Bau über zwei Jahre einen detaillierten Ablaufplan der Umbauarbeiten entworfen hat und ihn ständig minutiös überwacht, um den Sportbetrieb während des Umbaus zu gewährleisten. Ingo Wolff

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