Sport : Der Beste der Welt

von

Das Spiel in Mailand war sein Durchbruch. Mit einer sensationellen Parade nach der anderen rettete er den Erfolg, der den FC Bayern schließlich in die nächste Runde brachte. Das war im Uefa-Cup 1988, die Schüsse der Mailänder kamen unter anderem von Andreas Brehme, bei einer sehr guten Gelegenheit scheiterte auch Lothar Matthäus am Torhüter der Münchner. Raimond Aumann blieb nach diesem Spiel einige Jahre im Tor des FC Bayern – so lange, bis ein gewisser Oliver Kahn verpflichtet wurde.

Jetzt hat Thomas Kraft ein formidables Spiel in Mailand gezeigt. In der Winterpause hat Trainer Louis van Gaal den jungen Keeper anstelle von Jörg Butt zur Nummer eins gemacht, ohne den Klub-Bossen vorher Bescheid zu sagen, und damit die Beziehung noch weiter belastet. Thomas Kraft steht inmitten eines heiklen Spannungsverhältnisses. Hält er weiter so gut, wird Trainer van Gaal in seiner sportlichen Entscheidung bestärkt, Butt nicht spielen zu lassen und nicht einfach noch ein halbes Jahr auf Manuel Neuer zu warten. Leistet Kraft sich Fehler, wird es auch gleich eng für den Trainer, der die Münchner ansehnlich offensiv spielen lässt. Das ganze Projekt van Gaal stünde infrage, wenn die Personalie Kraft nicht aufgeht.

Zumindest bis zum Sommer. Denn zum Selbstverständnis der Münchner gehört nicht erst seit Oliver Kahn, den besten Torwart der Welt zu haben. Das ist Manuel Neuer, und wenn der zu haben ist, werden sie ihn auch holen. Da können die Fans im Stadion wie schon jetzt Transparente für Kraft hochhalten, da kann Louis van Gaal machen, was er will. Und Thomas Kraft jeden Ball halten.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar