Sport : Der Beste für die Besten

Sven Goldmann

Michael Ballack könnte bald zum FC Chelsea wechseln. Warum ausgerechnet Chelsea? Die Frage ist falsch formuliert. Sie muss lauten: Was spricht gegen Chelsea, gegen den Wechsel des besten deutschen Fußballspielers zum vielleicht weltbesten Klub? Kritiker warnen: Chelsea habe mit Frank Lampard schon eine ähnliche Spielerpersönlichkeit. Und wenn schon. Lampard und Ballack werden sich bestens ergänzen, zu leiden hätte unter einem Wechsel des Deutschen allenfalls der alternde Franzose Claude Makelele, wenn überhaupt. Die englische Saison mit 38 Ligaspielen, einer schwer zu überschauenden Zahl verschiedener Pokalspiele plus Champions League ist eh viel zu lang, als dass ein Mann sie komplett durchspielen könnte. Darunter leidet gerade der schwächelnde Lampard und mit ihm die gesamte Mannschaft.

Aus sportlicher Sicht ist ein Wechsel nach London, wenn er denn zustande kommt, eine richtige Entscheidung. Warum wohl weigert sich Robert Huth hartnäckig, den Verein zu verlassen, obwohl er im günstigsten Fall auf der Bank sitzt und damit seine WM-Teilnahme gefährdet? Huth sagt, er lerne beim FC Chelsea im Training mehr denn irgendwo anders als Stammspieler. Das liegt zum einen am exzellent besetzten Kader, zum anderen am Trainer. José Mourinho mag affektiert und arrogant wirken, sein Können ist unumstritten. Michael Ballack kann sich in Chelsea weiterentwickeln. Davon wird auch der deutsche Fußball profitieren, in Gestalt der Nationalmannschaft. Wie nötig die es hat, war am Mittwoch deutlich zu sehen.

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