Sport : Der BHC schwimmt ins Finale

Erstmals seit 1989 erreichen die Berliner Männer das Endspiel im Hallenhockey

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Die erste wichtige Entscheidung der Berliner fiel bereits weit vor dem Beginn ihres Halbfinales. Es war die Platzwahl. Die hundert Anhänger des Berliner Hockey-Clubs setzten sich genau neben die riesige Unterstützergruppe von Uhlenhorst Mülheim. „Das ist natürlich clever, sich die größte Fangemeinde zu suchen“, sagte Uli Bubolz, der Torhüter und Kapitän des BHC. Die Mülheimer, die beim Meisterschafts-Finalturnier in Duisburg quasi ein Heimspiel hatten, verbündeten sich mit den Zuschauern aus Berlin. „Da kann man schon mitschwimmen“, sagte Bubolz. Und die jungen Berliner schwammen gestern weiter, als ihnen das viele zugetraut hatten: In einem dramatischen Halbfinale besiegten sie den Hamburger Club an der Alster mit 13:9 (9:8, 7:7, 4:4) nach Verlängerung. Zum ersten Mal seit 1989 steht der BHC damit wieder im Endspiel um die deutsche Hallenhockey-Meisterschaft. Gegner ist heute (15.30 Uhr) der Münchner SC, der sich 7:4 gegen Uhlenhorst Mülheim durchsetzte.

„Entscheidend war, dass wir heißer waren auf den Sieg“, sagte Berlins Trainer Helmut Schröder. Von der ersten Minute an war seinen jungen Spielern der Wille zum Erfolg anzumerken, mit dem sie ihren Mangel an Erfahrung mehr als wettmachten. „Die Berliner hatten das Bewusstsein, dass man das Spiel in der Defensive gewinnt“, sagte der Hamburger Trainer Joachim Mahn. Sein Team kam mit der konsequenten Abwehrarbeit des BHC nicht zurecht. Nur eines ihrer neun Tore fiel aus dem Spiel heraus: Nachdem Pilt Arnold am eigenen Schusskreis den Ball vertändelt hatte, traf Bastian Timm zum 2:1 für den Club an der Alster.

Es war eine von zwei kritischen Situationen, die die Berliner gestern glücklich überstanden: Als Alster innerhalb von zwei Minuten aus einem 0:1 ein 3:1 machte, sah es so aus, als würde die Routine der Hamburger ausreichen, das Spiel sicher nach Hause zu spielen. Doch der BHC ließ nie locker, verkraftete auch die zweite heikle Phase. Nach mehrmals wechselnden Führungen schaffte Alster erst 68 Sekunden vor Schluss den Ausgleich zum 7:7. „Da hatte ich ganz große Zweifel“, sagte Schröder.

Das unterschied ihn von seinen Spielern, die immer an den Sieg glaubten – „so heiß waren wir“, sagte Martin Häner, der wie Arnold 17 ist und drei Tore erzielte. Kevin Lim (19) traf viermal, Marvin Schumacher (21) und Tobias Hentschke (23) jeweils zweimal, Pilt Arnold und Martin Zwicker (18) je einmal.

Nichts dokumentierte den Unterschied zwischen beiden Teams besser als das Duell zwischen dem Hamburger Stürmer Christoph Bechmann und dem Berliner Verteidiger Pilt Arnold. Bechmann ist 2002 mit der Nationalmannschaft Weltmeister auf dem Feld geworden, seine Haare haben inzwischen einen Graustich, und das Halbfinale war das letzte Spiel seiner langen Karriere. Arnold ist gerade mal halb so alt wie der 34 Jahre alte Bechmann. „Die Hamburger schienen mir etwas satt zu sein“, sagte Helmut Schröder, der Trainer des BHC. Bei den Berlinern besteht diese Gefahr noch lange nicht.

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