• Der BHC sieht sich nicht in der Favoritenrolle, Wespen wittern eine Außenseiterchance

Sport : Der BHC sieht sich nicht in der Favoritenrolle, Wespen wittern eine Außenseiterchance

Dietmar Wenck

Am Wochenende beginnen die Play-offs um die Deutsche Hockey-Meisterschaft, und zum ersten Mal seit Jahren sind wieder zwei Berliner Mannschaften dabei. Die Frauen des Berliner HC empfangen am Sonntag im Viertelfinale Eintracht Braunschweig und sind zumindest in diesem Spiel klarer Favorit. Als Außenseiter starten dagegen die Zehlendorfer Wespen beim Endrunden-Ausrichter Klipper Hamburg. Die Play-offs nicht erreicht haben in ihrem ersten Bundesliga-Jahr die jungen BHC-Herren, die allerdings mit einem Sieg im Heimspiel am Sonnabend gegen den SC 1880 Frankfurt die Saison als Fünfter beenden wollen.

Nach einer "verdammt schwierigen Spielzeit" sieht BHC-Trainer Friedel Stupp sich und seine Damen nicht in der Favoritenrolle auf den Titel: "Wir jammern nicht, aber wir waren ständig zum Improvisieren gezwungen." Die sieben Nationalspielerinnen waren andauernd auf Achse, erschwerend kamen die Verletzungen von Inga Möller und Melanie Hänsler sowie die Erkrankung von Anne Müller hinzu. Was dem Team außerdem spürbar fehlt, seitdem Silke Vogel und Anke Wild den Verein verließen, ist eine Autoritätsperson auf dem Platz, eine mit Ecken und Kanten, die nicht immer lieb und nett ist. Manche junge Spielerin schöpft im Spiel ihr Potenzial noch nicht aus. "Unterstützende Maßnahmen" sollen künftig des Öfteren von Katrin Kauschke und Wibke Weisel kommen.

Unbelastet reisen die Wespen nach Hamburg. "Wir haben eine gute Rückrunde gespielt", sagt Trainer Bernd Rannoch erfreut, "wenn wir einen guten Tag erwischen, Klipper einen nicht so guten, dann haben wir eine Außenseiterchance." In ihrer vierten Saison in der Bundesliga haben die Zehlendorferinnen wieder einen kleinen Schritt nach vorn gemacht, sind inzwischen sehr ausgeglichen, haben nur bisher keinen der renommierten Klubs wie BHC, Rüsselsheim oder Eintracht Frankfurt geschlagen. Klipper schon, wenn auch nur in der Vorbereitungsphase. Aber "die liegen uns", glaubt Rannoch.

Auch wenn er auf das Erreichen des Viertelfinales gehofft hatte, enttäuscht ist Carsten Keller nicht. Der Trainer der BHC-Herren sagt vorausschauend: "Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass wir nicht gleich so weit gekommen sind." Bei den Spielen am vergangenen Wochenende gegen den Münchner SC und Rot-Weiß München war zu merken, "dass noch ein bisschen was fehlt" - manchmal die entscheidenden Zentimeter, manchmal ein wenig Glück. Aber Keller freut besonders, wie sich die gesamte Mannschaft weiter entwickelt hat. "Da spielen inzwischen nicht nur unsere Nationalspieler, sondern auch Leute wie Patrick Siebert, Max Jesse oder Stefan Kermas fast konstant gut."

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